Wenn sich sonst schon niemand für die Xiaomi-Aktie interessiert, nimmt das Unternehmen es eben in die eigene Hand und kauft am heutigen Dienstag 5,5 Millionen B-Aktien zu 196,1 Millionen HKD (ca. 21,4 Mio. Euro) zurück, wie die Nachrichtenagentur Reuters berichtet. Dieser Eindruck mag derzeit entstehen, greift aber etwas zu kurz.
Die Rückkäufe hatten durchaus etwas Vorlaufzeit und hängen unter anderem mit neuen Vorgaben an den chinesischen Börsen zusammen. Auf dem Festland gelten seit dieser Woche neue Margin-Regeln. Aktienkäufe müssen seither eine Mindest-Einschussquote von 100 Prozent statt zuvor 80 Prozent vorweisen. Mit anderen Worten ist es nicht mehr möglich, mehr Aktien zu kaufen, als Kapital vorhanden ist.
Steigende Speicherpreise setzen Xiaomi zu
Zwar ist die Xiaomi-Aktie in Hongkong gelistet. Erwartet werden dennoch psychologische Effekte und allgemein eine sich abkühlende Kauflaune. Das ist von der Regierung in Peking durchaus gewollt. Es gilt, eine allzu schnelle Blasenbildung mit dem Risiko von schnellen Panikverkäufen zu verhindern.
Der Xiaomi-Aktie helfen die Rückkäufe leider aktuell nicht weiter. Denn das Unternehmen wird von explodierenden Speicherpreisen viel zu sehr belastet. Das senkt die Margen und ließ das Unternehmen bereits ankündigen, dass die Smartphone-Preise in Europa um zehn bis 20 Prozent steigen könnten. In hiesigen Gefilden droht nun aufgrund eines neuen Handelsstreits mit den USA aber auch noch ein Kaufkraftverlust, sodass steigende Absatzzahlen von Xiaomi-Smartphones sich eher nicht abzeichnen.
Chaostage bei der Xiaomi-Aktie
Xiaomi Aktie Chart
Es kommt für Xiaomi momentan also einiges zusammen, und das macht sich beim Aktienkurs mehr als deutlich bemerkbar. Letzterer notiert heute mal wieder bevorzugt im tiefroten Bereich. An den hiesigen Handelsplätzen ging es bis zum Dienstagnachmittag um 3,8 Prozent auf nur noch 3,86 Euro abwärts. Allein seit Beginn des noch jungen Jahres ging es damit schon um 14 Prozent in die Tiefe. Die weiteren Aussichten bleiben bestenfalls mau.
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