Xiaomi-Aktie: Das Fundament bröckelt!

Die Aktie von Xiaomi hat nach starken Jahreszahlen abgegeben. Beim chinesischen Konzern gab das 4. Quartal Anlass zur Sorge, erstmals seit drei Jahren sank der Gewinn.

Auf einen Blick:
  • Die Xiaomi-Aktie verlor nach augenscheinlich gutem Jahresergebnis 2025 deutlich
  • Im 4. Quartal gab es allerdings zum ersten Mal seit drei Jahren einen Gewinnrückgang
  • In der E-Autosparte arbeitete der chinesische Smartphone-Riese erstmals profitabel

Liebe Leserin, lieber Leser,

in der vergangenen Woche sah es kurzzeitig wieder etwas besser aus für die Aktie von Xiaomi: Bis auf 4,04 Euro kletterten die Papiere des chinesischen technologie-Konzerns am Handelsplatz Frankfurt. Mittleeweile hat sich das Bild erheblich eingetrübt, die Xiaomi-Aktie notiert wieder deutlich tiefer bei aktuell 3,68 Euro – und damit weit im Monatsminus. Grund für dich Ernüchterung waren die Zahlen, die das Unternehmen am Dienstag vorgelegt hatte – und offensichtlich für Ernüchterung sorgten.

Xiaomi steigerte 2025 Umsatz und Gewinn

Dabei schien das Gesamtergebnis für 2025 durchaus ansprechend: Xiaomi hatte laut des Tech-Portals Connect einen Gesamtumsatz von 457,3 Milliarden RMB (ca. 58,4 Milliarden Euro) gemeldet. Das entspreche einem Plus von 25 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Der bereinigte Nettogewinn stieg laut eigenen Angaben sogar um 43,8 Prozent auf 39,2 Milliarden RMB (rund 5 Milliarden Euro).

  • Nach Xiaomi-Informationen habe sich insbesondere die Strategie rund um das Ökosystem „Human × Car × Home“ als Wachstumstreiber erwiesen
  • „Dabei setzt das Unternehmen auf die Verzahnung von Smartphones, vernetzten Geräten und Elektrofahrzeugen“, so der Bericht

Xiaomi machte mit Elektroautos erstmals Gewinn

Tatsächlich beliefen sich die Auslieferungen im Vorjahr auf 411.082 Fahrzeuge, für das laufende plane Xiaomi eine Steigerung auf 550.000 Einheiten. Schon jetzt summierten sich der Umsatz mit Elektrofahrzeugen sowie KI-basierten Anwendungen demnach auf 106,1 Milliarden RMB (ca. 13,3 Milliarden Euro), was einem Zuwachs von über 220 Prozent entspricht.

Noch wichtiger wohl: Trotz des harten Preiskampfes in China erzielte dieser Bereich laut Connect im Gesamtjahr erstmals ein positives operatives Ergebnis, das bei umgerechnet 113 Millionen Euro lag. Also alles in Ordnung? Nicht ganz.

Das vierte Quartal gibt Anlass zur Sorge

Es sind die Zahlen für das vierte Quartal, die für Verunsicherung sorgen. „Der bereinigte Nettogewinn sackte laut Investment Week auf 6,3 Milliarden RMB ab – umgerechnet rund 792,4 Millionen Euro. „Was auf den ersten Blick nach einer soliden Summe klingt, ist in der harten Welt der globalen Tech-Märkte ein Warnsignal der Sonderklasse“, so der Bericht. Es sei zudem der erste Gewinnrückgang in einem Quartal seit drei Jahren. Hinter der Fassade glänzender Smartphone-Displays und futuristischer Elektroautos „bröckelt das Fundament der Profitabilität“.

Das Management begründet den Gewinnrückgang dem Bericht zufolge mit steigenden Kosten und einem „schärferen Wettbewerb“. In China, dem wichtigsten Absatzmarkt, tobe eine Rabattschlacht, die an die Substanz geht. Offenbar nicht allein im Bereich der E-Autos. Lokale Smartphone-Rivalen wie Oppo, Vivo und die erstarkte Huawei-Marke drücken demnach die Preise, während die Kosten für Vorprodukte und Logistik auf hohem Niveau verharren.

Analysten mit hohen Xiaomi-Kurszielen

Und so reagierten die Märkte alles andere als erfreut auf das Zahlenwerk von Xiaomi. Die Analysten hingegen halten dem Unternehmen weiterhin die Treue, wie es scheint. Zephirin bekräftigte laut marketscreener.com seine Kaufempfehlung für die Aktie genauso wie China Galaxy Securities. Auch das durchschnittliche Kursziel kann sich noch immer sehen lassen. Mit im Mittel 39,38 RMB, was 4,94 Euro entspricht, sehen sie Kurspotenzial von rund 35 Prozent.

Entsprechend lauten auch die Empfehlungen: Von derzeit 36 auf der Seite gelisteten Analysten

  • empfehlen 27 den Kauf der Aktie
  • sieben raten zum Halten der Papiere
  • nur drei würden Xiaomi verkaufen

Einschränkend sei gesagt, dass viele Analysen nach den Jahres- und Quartalszahlen noch keine Aktualisierung erfahren haben. Gut möglich, dass der eine oder andere Beobachter seine positive Sicht auf das Unternehmen noch ändern wird.

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