Während die Xiaomi-Aktie ihre Erholung nach den jüngsten Quartalszahlen fortsetzt, rückt ein anderer Baustein des Konzerns in den Blick: die Beteiligung am Speicherchip-Hersteller CXMT. Dessen Börsendebüt Ende Juli schloss mit einem Plus von 466 Prozent über dem Ausgabepreis.
Xiaomi hält eine Minderheitsbeteiligung an CXMT – der Buchwert dieser Position dürfte durch den Kurssprung deutlich gestiegen sein, auch wenn dem Konzern daraus kein unmittelbarer Mittelzufluss entsteht.
Der Zeitpunkt ist bemerkenswert. Xiaomi hatte am vergangenen Dienstag mitgeteilt, die schwierigste Phase im Smartphone-Geschäft sei überstanden, und in Aussicht gestellt, dass sich der Anstieg der Speicherpreise in der zweiten Jahreshälfte verlangsamen werde.
Genau jene Speicherpreise, die Xiaomis Margen im Smartphone-Segment belastet hatten, sind das Kerngeschäft von CXMT. Der Kursgewinn beim Börsengang des Chipherstellers wirkt damit wie ein Kontrapunkt zur eigenen Kostenlast – ein Unternehmen, an dem Xiaomi beteiligt ist, profitiert von genau der Preisdynamik, die dem Mutterkonzern zu schaffen macht.
Rückkaufprogramm als zweite Stütze
Neben der CXMT-Position hat Xiaomi in den vergangenen Monaten auch über eigene Aktienrückkäufe für Kursunterstützung gesorgt. Unter einem im Juni beschlossenen Mandat kaufte der Konzern bis Mitte Juli rund 79,8 Millionen eigene Aktien zurück, das entspricht etwa 0,31 Prozent des Grundkapitals.
Solche Programme signalisieren üblicherweise Vertrauen des Managements in die eigene Bewertung – ein Signal, das angesichts der Kursverluste der Aktie seit Jahresbeginn nicht unwichtig ist.
Am Markt kommt die Kombination aus operativer Stabilisierung und stillen Beteiligungsgewinnen an: Die Aktie schloss am Freitag bei 3,16 Euro, ein Plus von 3,9 Prozent auf Tagesbasis. Über die vergangenen sieben Handelstage summiert sich der Anstieg auf 11 Prozent – ein deutliches Zeichen dafür, dass die jüngsten Nachrichten zu Quartalsergebnissen und Chip-Beteiligung von Anlegern positiv aufgenommen werden.
Nicht alle Belastungen sind vom Tisch
Die CXMT-Beteiligung ändert nichts daran, dass Xiaomis Smartphone-Segment im zweiten Quartal einen Umsatzrückgang von 7,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr verzeichnete, bei einem Einbruch der Auslieferungen um 26,5 Prozent auf 31,2 Millionen Geräte.
Dass der durchschnittliche Verkaufspreis gleichzeitig auf einen Rekordwert stieg, deutet auf eine bewusste Verschiebung hin zu höherwertigen Modellen hin – eine Strategie, die kurzfristig Volumen kostet, aber die Margen stützen soll.
Auf der anderen Seite liefert das Elektroauto-Segment weiterhin Wachstumsimpulse: Mit 104.199 ausgelieferten Fahrzeugen im zweiten Quartal, einem Plus von 28,2 Prozent gegenüber dem Vorjahr, hat Xiaomi sein Jahresziel für EV-Auslieferungen auf 550.000 Fahrzeuge angehoben.
Zusammen mit dem Buchgewinn aus der CXMT-Beteiligung ergibt sich ein Bild, in dem Xiaomi seine Diversifizierung jenseits des klassischen Smartphone-Geschäfts weiter vorantreibt – auch wenn dieses Kerngeschäft selbst noch mit Gegenwind kämpft.
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