Xiaomi meldet heute mehr als 50.000 ausgelieferte Fahrzeuge für Oktober 2026 und damit den stärksten Automonat des Jahres. Für Anleger ist das ein positives Absatzsignal, aber noch keine Entwarnung für die Geschäftsentwicklung. Citi hält an der Kaufempfehlung fest, erwartet zugleich jedoch ein schwächeres Quartalsergebnis.
Die zentrale Spannung liegt zwischen wachsender Fahrzeugnachfrage und rückläufigen Gewinnerwartungen. Der jüngste Auslieferungsschub verbessert die Ausgangslage im Autogeschäft. Er beseitigt weder den Rückstand zum Jahresziel noch die von Citi erwarteten Belastungen auf Konzernebene.
Starkes Monatsgeschäft, anspruchsvolles Jahresziel
Von Januar bis Oktober 2026 lieferte Xiaomi rund 336.490 Fahrzeuge aus. Das Jahresziel liegt bei 550.000 Fahrzeugen. Trotz des jüngsten Anstiegs bleibt damit ein erheblicher Teil der geplanten Auslieferungen für die letzten beiden Monate offen.
Die Beschleunigung im Herbst ist allerdings deutlich: Auf höhere Auslieferungen im August folgte ein weiterer Anstieg im September und anschließend der Jahreshöchstwert im Oktober. Eine Aufteilung nach Modellen hat Xiaomi für den jüngsten Monat nicht veröffentlicht. Damit lässt sich noch nicht beurteilen, welche Fahrzeuge den Anstieg im Einzelnen getragen haben.
Bis Oktober erreichte Xiaomi rund 61 % seines Jahresziels. Medienberichten zufolge wären im November und Dezember durchschnittlich rund 106.755 Auslieferungen pro Monat nötig. Der bisherige Monatsrekord lag im Dezember 2025 bei 50.212 Fahrzeugen.
Der verbleibende Auslieferungsbedarf liegt damit deutlich über dem bislang erreichten Monatstempo. Die Oktober-Meldung belegt eine Beschleunigung, liefert aber noch keinen Beleg dafür, dass Xiaomi das Jahresziel erreichen kann. Auch ein neuer historischer Monatsrekord lässt sich aus der bislang nur als Untergrenze veröffentlichten Oktoberzahl nicht sicher ableiten.
Citi sieht Ergebnis unter Markterwartung
Für das dritte Quartal erwartet Citi einen Umsatz von 104 Milliarden Yuan, entsprechend einem Rückgang um 8 % gegenüber dem Vorjahr. Die Bank rechnet damit, dass Xiaomi die Zahlen am 24. November 2026 vorlegt.
Die Absatzmeldung und die Ergebnisvorschau betreffen unterschiedliche Zeiträume. Der starke Oktober gehört bereits zum Schlussquartal und kann deshalb die erwartete Schwäche des vorangegangenen Quartals nicht ausgleichen. Er ist vielmehr ein Hinweis auf die anschließende operative Entwicklung.
Den bereinigten Nettogewinn veranschlagt Citi auf 4,8 Milliarden Yuan. Das entspräche einem Rückgang um 58 % gegenüber dem Vorjahr und läge 19 % unter der Markterwartung.
Innerhalb des Geschäftsbilds setzt die Bank unterschiedliche Akzente. Durchschnittliche Verkaufspreise und Margen bei Smartphones dürften besser ausfallen als erwartet. Für den Bereich Elektrofahrzeuge und künstliche Intelligenz rechnet Citi dagegen weiterhin mit einem operativen Verlust.
Kaufempfehlung trotz niedrigerer Prognosen
Citi bestätigt die Einstufung „Kaufen“ mit einem Kursziel von 33,2 Hongkong-Dollar. Gleichzeitig hat die Bank ihre bereinigten Gewinnprognosen je Aktie für die kommenden Jahre gesenkt. Die positive Anlageeinschätzung ist somit nicht mit einer uneingeschränkt positiven kurzfristigen Ergebnisprognose gleichzusetzen.
Die Aktie gewinnt heute 6,2 % und reagiert damit positiv auf die Auslieferungsmeldung. Für die weitere Einordnung bleiben jedoch zwei Maßstäbe entscheidend: ob Xiaomi das höhere Auslieferungstempo fortsetzen kann und wie stark sich der Absatz im Ergebnis niederschlägt. Die Oktoberzahlen beantworten bislang vor allem die erste Frage mit einem positiven Signal.
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