Xiaomi-Aktie: Brutal abgestraft!

Die Xiaomi-Aktie fällt ins Bodenlose. Innerhalb der letzten 12 Monate hat sie über 55% an Wert verloren eingebüßt. Was drückt so stark auf den Kurs des chinesischen Konzerns?

Auf einen Blick:
  • Analysten sehen Absatzziel bei Autos als zu ambitioniert
  • Xiaomi verkauft Autos derzeit mit operativem Verlust
  • Elektronik-Marge wegen Preisexplosion bei Speicherchips unter Druck

Die Xiaomi-Aktie fällt ins Bodenlose. Auch am heutigen Dienstag setzt sich der monatelange Kursverfall des chinesischen Elektronik- und Autokonzerns mit einem Minus von über vier Prozent fort. Innerhalb der letzten zwölf Monaten hat Xiaomi damit über 55 Prozent seines Börsenwerts eingebüßt. Was drückt so stark auf den Kurs?

Autos werden zum Problem

Der anhaltende und drastische Abverkauf der Xiaomi-Aktie im Wesentlichen drei Gründe:

Erstens: Das ambitionierte E-Auto-Projekt des Konzerns wird zunehmend vom Hoffnungsträger zum Bremsklotz. Xiaomi feierte mit seinem ersten Elektroauto, dem SU7, zunächst weltweit Erfolge. Doch inzwischen schaut der Markt knallhart auf die Rendite. Xiaomi-Chef Lei Jun hat für das Gesamtjahr ein Absatzziel von 550.000 Elektrofahrzeugen ausgegeben. Analysten halten diese Zahl für extrem überzogen und warnen vor einer massiven Enttäuschung, da der chinesische E-Auto-Markt vollkommen übersättigt ist und ein brutaler Preiskampf tobt.

Jedes verkaufte Auto generiert für Xiaomi derzeit operative Verluste. Investoren befürchten, dass die immensen Folgekosten für die Skalierung der Autoproduktion und den Aufbau des Vertriebsnetzwerks die eigentlich hochprofitablen Gewinne aus dem Smartphone-Geschäft komplett auffressen.

Zweitens: Mitten in den ohnehin intakten Abwärtstrend platzte im Juni eine viel beachtete Analyse der US-Investmentbank Goldman Sachs. Die Experten äußerten erhebliche Skepsis bezüglich des anstehenden Quartalsberichts. Goldman Sachs warnt vor enttäuschenden Zahlen – primär getrieben von stagnierenden Margen im Hardware-Sektor (Smartphones und Smart-Home) sowie den drückenden Anlaufkosten der Automobilsparte. Da viele Großinvestoren auf die Einschätzung der Wall-Street-Häuser hören, kam es zu institutionellen Massenverkäufen.

Und Elektronik ist es bereits

Und drittens: Xiaomi leidet massiv unter der Preisexplosion bei Speicherchips. Die Kostenexplosion belastet die Bruttomarge bei nahezu allen Elektronikproduktion, allen voran bei Smartphones. Xiaomi hat deshalb kaum mehr Spielraum bei der operativen Marge.

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