Xiaomi Aktie: Absatzziel auf 110 Millionen erhöht

Xiaomi hebt sein Jahresziel für Smartphone-Verkäufe auf 110 Millionen an, trotz eines massiven Gewinnrückgangs und schrumpfender Marktanteile in China und global.

Auf einen Blick:
  • Absatzziel auf 110 Millionen Einheiten erhöht
  • Gewinn bricht im ersten Quartal um 57 Prozent ein
  • Marktanteil in China auf 12,4 Prozent gefallen
  • Aktienrückkäufe trotz operativer Schwierigkeiten fortgesetzt

Xiaomi wagt einen mutigen Schritt: Der chinesische Elektronikkonzern hob sein Smartphone-Absatzziel für das Gesamtjahr 2026 von ursprünglich 90 Millionen auf 110 Millionen Einheiten an. Das teilte das Unternehmen am Donnerstag mit. Bemerkenswert daran ist der Zeitpunkt – die Ankündigung fällt mitten in eine Phase, in der Xiaomi zuletzt einen massiven Gewinneinbruch verkraften musste und in mehreren Kernmärkten Anteile verliert.

Das Management begründet die Zielanhebung mit der Erwartung, dass sich die Preise für Speicherchips bald stabilisieren. Zudem will der Konzern den Absatz von Einstiegsmodellen forcieren, um Marktanteile über die Preisschiene zurückzugewinnen. Es ist eine Wette auf eine Entspannung bei den Komponentenkosten, die im ersten Quartal noch das Gegenteil bewirkt hatten.

Gewinn bricht ein, Marktanteile schrumpfen

Die Zahlen zum ersten Quartal 2026, die Xiaomi im Mai vorgelegt hatte, zeigen das Ausmaß der Belastung: Der Konzernumsatz sank um 10,9 Prozent auf 99,1 Milliarden Yuan, der Nettogewinn brach um 57 Prozent auf 4,72 Milliarden Yuan ein. Hauptursachen waren die hohen Kosten für Speicherkomponenten sowie die laufenden Investitionen in die Elektromobilitätssparte.

Parallel dazu gerät Xiaomi im globalen Smartphone-Geschäft unter Druck. Vorläufige Marktdaten für das zweite Quartal 2026 weisen einen zweistelligen Rückgang der Auslieferungen aus. Global hält das Unternehmen demnach einen Marktanteil von 12 Prozent und liegt damit auf Platz drei hinter Samsung mit 24 Prozent und Apple mit 20 Prozent. Im chinesischen Heimatmarkt ist die Lage laut Daten von IDC noch angespannter: Dort rutschte der Marktanteil im zweiten Quartal auf 12,4 Prozent ab, Xiaomi fiel auf Rang fünf zurück – Huawei kommt in China auf 22,6 Prozent, Apple auf 18,1 Prozent.

Vor diesem Hintergrund wirkt die Zielanhebung auf 110 Millionen Einheiten ambitioniert. Sie signalisiert allerdings auch, dass das Management trotz sinkender Anteile auf Volumen setzt – offenbar in der Annahme, dass günstigere Einstiegsmodelle verlorenes Terrain zurückerobern können, sobald die Chippreise nachgeben.

Aktienrückkäufe laufen unvermindert weiter

Während operativ Gegenwind herrscht, hält Xiaomi an seinem Aktienrückkaufprogramm fest. Am Freitag erwarb der Konzern 1,9 Millionen Aktien der Klasse B für rund 50 Millionen Hongkong-Dollar. Bereits am Mittwoch zuvor hatte Xiaomi 1,875 Millionen eigene Aktien zu Kursen zwischen 26,60 und 26,76 Hongkong-Dollar gekauft, Gesamtkosten: 49,995 Millionen Hongkong-Dollar. Mitte Juli waren zudem 3,9 Millionen Aktien für 100,7 Millionen Hongkong-Dollar zurückgekauft worden. Die kontinuierlichen Käufe deuten darauf hin, dass das Management den aktuellen Kursbereich als attraktiv einstuft, unabhängig von der schwierigen operativen Lage.

An der Börse zeigt sich die Aktie zuletzt stabilisiert. Der Schlusskurs vom Freitag lag bei 3,00 Euro, binnen 30 Tagen legte das Papier um 16,82 Prozent zu. Seit Jahresbeginn steht dennoch ein Minus von 30,80 Prozent zu Buche – ein Hinweis darauf, dass die jüngste Erholung den Kurseinbruch der vergangenen Monate erst zu einem kleinen Teil ausgleicht.

Analysten uneins, Blick auf Halbjahreszahlen

Die Einschätzungen zur Aktie gehen auseinander. Am Donnerstag äußerte sich Analyst Henry Soediarko von Smartkarma skeptisch und verwies auf hohe Investitionsausgaben sowie steigende DRAM-Preise als Belastungsfaktoren. Sein Kollege Ming Lu vertrat dagegen eine bullische Haltung und sah auf Basis einer Fünf-Jahres-KGV-Analyse Aufwärtspotenzial für die Aktie.

Die kommenden Wochen dürften Klarheit bringen, ob die optimistische Zielsetzung des Managements Substanz hat. Am 18. August legt Xiaomi die Ergebnisse für das erste Halbjahr 2026 vor, am 26. August folgt der vollständige Bericht zum zweiten Quartal. Erst dann zeigt sich, ob sich die erhoffte Stabilisierung bei den Speicherchippreisen tatsächlich in den Margen niederschlägt.

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