Starke operative Fortschritte, schwache Kurse — bei Xiaomi klaffen Ambition und Realität an der Börse weit auseinander. Der Konzern treibt seine KI-Plattform massiv voran und plant eine neue Automarke. Dennoch markiert das Papier heute ein neues 52-Wochen-Tief.
KI-Plattform im Umbau
Ab heute leitet Xiaomi die Nutzer seiner MiMo-KI-Plattform auf die neue V2.5-Architektur um. Bis Ende Juni schaltet das Unternehmen die alten Versionen komplett ab. Die neue Technologie verarbeitet Text, Bild und Video in einem einzigen System.
Die Plattform wächst rasant. Zuletzt meldete Xiaomi mehr als eine Billion genutzte Tokens pro Tag. Um dieses Tempo zu halten, nimmt CEO Lei Jun viel Geld in die Hand. In den nächsten drei Jahren fließen 8,7 Milliarden US-Dollar in den KI-Bereich.
Gewinneinbruch befürchtet
An der Börse verpufft die Technologie-Offensive. Die Aktie fiel heute auf 2,70 Euro. Aktuell notiert das Papier bei 2,73 Euro. Seit Jahresbeginn summiert sich der Verlust auf rund 39 Prozent.
Der Druck hat fundamentale Gründe. Goldman Sachs rechnet für das zweite Quartal mit einem massiven Gewinneinbruch. Das bereinigte Nettoergebnis könnte um bis zu 50 Prozent fallen.
Die Ursache liegt in explodierenden Ausgaben. Im ersten Quartal stiegen die Forschungs- und Entwicklungskosten um 33 Prozent auf 9 Milliarden Yuan. Der Konzern investiert massiv in seine Elektroauto-Sparte.
Flucht nach vorn im Auto-Geschäft
Auch beim Autobau wächst der Druck. Zuletzt lieferte Xiaomi knapp 33.000 Fahrzeuge aus. Das sind rund elf Prozent weniger als im Vormonat. Das ehrgeizige Jahresziel von 550.000 Einheiten rückt damit in weite Ferne.
Die Folge: ein Strategiewechsel. Xiaomi plant den Einstieg in den Markt für Range-Extender-Fahrzeuge. Das zuständige Ministerium in China hat die Produktion bereits genehmigt. Bislang hatte der Konzern auf diese Technologie verzichtet.
Unter der neuen Marke Skynomad soll bald ein großer SUV starten. Das Modell trägt intern den Namen Kunlun N3. Das Timing ist allerdings riskant. Kürzlich brach der chinesische Absatz dieser Fahrzeugklasse um fast 25 Prozent ein.
Technisch ist die Aktie mit einem RSI von 26,4 stark überverkauft. Selbst das laufende Aktienrückkaufprogramm über 20 Milliarden Hongkong-Dollar bremst den Kursverfall nicht. Der nächste harte Katalysator folgt im August. Dann präsentiert Xiaomi die Quartalszahlen. Liefert der Vorstand hier keine operativen Lichtblicke, droht ein weiterer Test der Tiefststände.
Xiaomi-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Xiaomi-Analyse vom 18. Juni liefert die Antwort:
Die neusten Xiaomi-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Xiaomi-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 18. Juni erfahren Sie was jetzt zu tun ist.
