Xiaomi hat am Freitag eigene Aktien zurückgekauft: Wie aus einer Pflichtmitteilung an die Hongkonger Börse hervorgeht, erwarb der Konzern 1,9 Millionen B-Aktien für umgerechnet 49,8 Millionen Hongkong-Dollar. Der Schritt fällt in eine Phase, in der das Papier deutlich unter Druck steht – der Schlusskurs vom Freitag lag bei 2,87 Euro, nur knapp unter dem 50-Tage-Durchschnitt von 2,89 Euro.
Der Rückkauf ist mehr als eine Randnotiz. Er signalisiert, dass das Management den aktuellen Kursbereich als günstig einstuft, während sich das Papier seit Jahresbeginn um 34 Prozent verbilligt hat. Zugleich lenkt die Maßnahme die Aufmerksamkeit auf den kommenden Pflichttermin: Am 18. August um 19:30 Uhr Hongkonger Zeit veröffentlicht Xiaomi seine Zwischenergebnisse für das zweite Quartal 2026, begleitet von einem Management-Call.
Zwei Baustellen belasten die Stimmung
Neben dem Kursverfall lastet vor allem das Auto-Geschäft auf der Wahrnehmung. Im Juli 2026 lieferte Xiaomi EV nach Angaben der China Passenger Car Association 31.267 Fahrzeuge aus – ein Plus von 2,68 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat, aber ein Rückgang von 9,99 Prozent gegenüber Juni.
Bis Ende Juli kam der Konzern auf 216.322 ausgelieferte Fahrzeuge und liegt damit deutlich unter dem in Berichten kolportierten Jahresziel von 550.000 Einheiten. Reuters berichtete Anfang August, Xiaomi bleibe bei den E-Auto-Verkäufen hinter den Erwartungen zurück und versuche mit größeren SUV-Modellen gegenzusteuern.
Der Rückstand im Auto-Segment erhöht den Druck auf die zweite Jahreshälfte – und macht die anstehenden Quartalszahlen zu einem wichtigen Prüfstein dafür, wie das Management den Auslieferungsdruck einordnet und ob es am ursprünglichen Ziel festhält.
Software-Rollout läuft parallel weiter
Während sich die Debatte um das Auto-Geschäft zuspitzt, treibt Xiaomi im Hintergrund die Software-Erneuerung voran. Am Freitag startete in China der Beta-Rollout von HyperOS 4 für mehrere Geräte, darunter die Modelle Xiaomi 17, 17 Pro, 17 Pro Max und 17 Ultra sowie Redmi K90 und K90 Pro Max.
Bereits im August erhielten zudem Geräte wie das Xiaomi 15S Pro und mehrere Pad-Modelle Sicherheitsupdates. Das Smartphone- und Tablet-Geschäft läuft damit operativ unauffällig weiter, während sich die Anlegeraufmerksamkeit auf die Kombination aus Aktienrückkauf, EV-Schwäche und den bevorstehenden Zahlenbericht konzentriert.
Der technische Rahmen bleibt angespannt: Mit einem RSI von 43,4 zeigt das Papier weder überkaufte noch überverkaufte Extremwerte, was auf eine Konsolidierung vor dem Berichtstermin hindeutet. Anleger dürften am 18. August vor allem darauf achten, ob Xiaomi im Auto-Geschäft eine Kurskorrektur andeutet und wie sich der jüngste Rückkauf in eine breitere Kapitalrückführungsstrategie einordnen lässt.
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