Xiaomi Aktie: 43 Prozent Minus seit Jahresbeginn

Xiaomi-Aktie fällt auf Jahrestief: Steigende Chipkosten und schwache E-Auto-Verkäufe belasten den Konzern schwer.

Auf einen Blick:
  • Aktie auf 52-Wochen-Tief gefallen
  • E-Auto-Auslieferungen bleiben hinter Zielen
  • Chip-Preise steigen drastisch an
  • Milliarden-Rückkaufprogramm zeigt keine Wirkung

Starke Ambitionen, schwache Kurse. Bei Xiaomi klaffen Realität und Anspruch derzeit weit auseinander. Die Aktie notiert bei 2,55 Euro und klebt am jüngsten 52-Wochen-Tief. Seit Jahresbeginn hat der Titel über 43 Prozent an Wert verloren. Ein massiver Speicherchip-Schock und Lieferprobleme bei Elektroautos treiben Anleger in die Flucht.

Elektroauto-Sparte hinkt hinterher

In den ersten fünf Monaten des Jahres übergab Xiaomi rund 150.000 Fahrzeuge an Kunden. Das ambitionierte Jahresziel liegt jedoch bei über einer halben Million Einheiten. Im Mai fielen die Auslieferungen sogar spürbar ab.

Um die Lücke zu schließen, müsste der Konzern ab sofort Rekordmengen produzieren. Die Investmentbank Jefferies zweifelt daran. Die Analysten senkten ihre Schätzung bereits auf 495.000 Einheiten.

Die schwachen Stückzahlen treffen auf hohe Kosten. Im ersten Quartal verbuchte die Autosparte einen operativen Verlust von 3,1 Milliarden Yuan. Das entspricht einem Minus von fast 5.600 US-Dollar pro ausgeliefertem Fahrzeug. Subventionen und teure Bauteile drücken die Marge.

Spionagefotos zeigen mit dem Sky Nomad N90 einen neuen Hybrid-SUV. Die Börse ignoriert diese Fantasie komplett.

Explodierende Chip-Preise fressen Gewinne

Abseits der Straßen kämpft das Kerngeschäft. Der bereinigte Nettogewinn des Gesamtkonzerns brach im ersten Quartal um über 43 Prozent ein. Die Folge: Die Preise für Speicherchips explodieren. Der KI-Boom in den Rechenzentren saugt den Markt leer.

Laut Xiaomi-Präsident Lu Weibing haben sich die Chip-Preise seit Ende 2025 verfünffacht. Bei Fernsehern stiegen sie sogar um das Zehnfache. Das trifft den Konzern hart. Die Bruttomarge im Smartphone-Segment sank auf gut zehn Prozent.

Besonders problematisch ist die Preisstruktur. Jefferies rechnet vor, dass 62 Prozent der verkauften Xiaomi-Smartphones weniger als 200 US-Dollar kosten. Bei diesen günstigen Geräten lassen sich höhere Produktionskosten kaum an die Kunden weitergeben.

Rückkäufe verpuffen

Das Management steuert mit einem milliardenschweren Rückkaufprogramm gegen. Kurz nach dem Start Anfang Juni kaufte Xiaomi über 30 Millionen eigene Aktien. Der Kursrutsch ging trotzdem weiter. Mit einem RSI von knapp 21 gilt die Aktie technisch als stark überverkauft.

Heute blicken Investoren auf Micron Technology. Die Quartalszahlen des US-Speicherherstellers gelten als wichtiger Indikator für den asiatischen Tech-Markt. Am 26. August legt Xiaomi dann selbst die Ergebnisse für das zweite Quartal vor. Bis dahin diktiert das Auslieferungsdefizit der Autosparte den Kurs.

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