Xiaomi treibt die Vorbereitungen für sein neues faltbares Flaggschiff „18 Fold“ voran. Wie Reuters berichtete, wird der chinesische Speicherhersteller CXMT das Gerät mit LPDDR6-DRAM beliefern. Xiaomi bestätigte die Planung über den Kurznachrichtendienst Weibo, der Marktstart sei für September angekündigt.
Der Zulieferer CXMT steht dabei selbst im Fokus einer politischen Auseinandersetzung. Reuters berichtete, dass CXMT gegen seine Einstufung als „Chinese military company“ durch das Pentagon klagt. Bemerkenswert ist der Verweis auf Xiaomi in derselben Meldung: Der Smartphone-Hersteller hatte sich 2021 bereits erfolgreich aus einer vergleichbaren US-Liste herausgeklagt.
Für Anleger ist das ein Hinweis darauf, wie eng chinesische Technologiekonzerne trotz internationaler Verflechtung geopolitischen Risiken ausgesetzt bleiben – ein Faktor, der auch die Lieferkette des kommenden Foldables betreffen könnte.
Eigener Chip als zweite Säule der Produktoffensive
Neben dem Speicherpartner setzt Xiaomi beim „18 Fold“ auch auf eigene Halbleiterkompetenz. Das Unternehmen stellte den Inhouse-Chip Xring O3 vor, den laut Reuters bereits TSMC im 3-Nanometer-Verfahren fertigt. Der Prozessor soll ebenfalls im September-Foldable zum Einsatz kommen.
Die Kombination aus eigenem Chip und externem Speicherzulieferer unterstreicht, wie Xiaomi versucht, seine Position im Premiumsegment technologisch zu untermauern – nachdem die Produktoffensive rund um den Markteintritt in Europa das Papier zuletzt bereits gestützt hatte.
Auch das Auto-Geschäft zieht Aufmerksamkeit an
Abseits der Smartphone-Sparte richtet sich der Blick auch auf Xiaomis Elektroauto-Geschäft. Reuters berichtete über den anhaltenden Besucherandrang am Xiaomi-EV-Werk in Peking: Seit März 2024 habe die Fertigungsstätte mehr als 250.000 Besucher empfangen, Tickets würden per Online-Lotterie vergeben.
Der Andrang signalisiert ein ungebrochenes öffentliches Interesse am Fahrzeuggeschäft, das neben dem Smartphone-Geschäft zunehmend als zweites Standbein wahrgenommen wird.
Kursbild bleibt angespannt trotz Produktnews
An der Börse spiegelt sich die Nachrichtenlage bislang nur verhalten wider. Die Aktie schloss am Freitag bei 3,11 Euro, ein Plus von 2,4 Prozent auf Tagessicht.
Auf Sicht von zwölf Monaten steht dennoch ein Rückgang von 47 Prozent zu Buche, seit Jahresbeginn beträgt das Minus 28 Prozent. Vom 52-Wochen-Hoch bei 6,54 Euro, erreicht im September vergangenen Jahres, trennen das Papier weiterhin 52 Prozent.
Die anhaltende Diskrepanz zwischen operativer Produktoffensive – neuer Chip, neuer Speicherpartner, starkes EV-Interesse – und der schwachen Kursentwicklung über zwölf Monate zeigt, dass Anleger geopolitische Risiken rund um Zulieferer wie CXMT weiterhin stärker gewichten als einzelne Produktankündigungen. Der für September angekündigte Marktstart des „18 Fold“ dürfte zeigen, ob sich das ändert.
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