Xiaomi kauft seit Wochen eigene Aktien zurück – trotzdem bleibt der Kurs hinter der Konkurrenz zurück. Der chinesische Technologiekonzern hat von seinem im Juni gestarteten Rückkaufprogramm bislang nur einen kleinen Teil genutzt. Das wirft die Frage auf, ob die Stützungskäufe überhaupt ausreichen, um die schwachen Quartalszahlen zu überdecken.
Rückkaufprogramm mit großer Reserve
Am Freitag kaufte Xiaomi 1,86 Millionen Aktien zurück und gab dafür knapp 50 Millionen Hongkong-Dollar aus. Für das gesamte Programm veranschlagt das Unternehmen bislang 2,20 Milliarden Hongkong-Dollar. Rund 17,8 Milliarden Hongkong-Dollar liegen damit noch ungenutzt in der Kasse – das sind 89 Prozent der geplanten Mittel.
In der abgelaufenen Woche kaufte Xiaomi über drei Handelstage 5,56 Millionen Aktien zurück. Das entspricht nur 0,84 Prozent des gesamten Wochenvolumens von 660,88 Millionen Aktien. Seit dem Start des Programms am 3. Juni hat Xiaomi insgesamt 89,18 Millionen Aktien eingezogen, gerade einmal 0,35 Prozent aller ausstehenden Anteile.
Die Zahlen zeigen: Xiaomi hält sich bei den Rückkäufen bislang zurück. Für eine spürbare Kursstütze reicht das aktuelle Tempo kaum aus.
Schwächer als die Konkurrenz
Im Wochenvergleich lief die Aktie schlechter als der breite Technologiesektor in Hongkong. Zwischen dem 17. und dem 24. Juli blieb Xiaomi rund 0,7 Prozentpunkte hinter dem Sektorindex zurück. Geely legte im gleichen Zeitraum um 3,1 Prozent zu, BYD bewegte sich kaum vom Fleck.
Auf 30-Tage-Sicht hat sich die Aktie zwar um 16,82 Prozent erholt. Der 200-Tage-Durchschnitt liegt jedoch bei 3,77 Euro – gut 20 Prozent über dem aktuellen Kurs von 3,00 Euro. Die kurzfristige Erholung hat den langfristigen Abwärtstrend damit noch nicht durchbrochen.
Schwache Quartalszahlen belasten weiter
Der eigentliche Belastungsfaktor liegt im operativen Geschäft. Der Gewinn brach im ersten Quartal um 43 Prozent ein. Der bereinigte Nettogewinn erreichte 6,1 Milliarden Yuan und verfehlte damit die Analystenschätzung von 6,4 Milliarden Yuan.
Besonders das Smartphone-Geschäft schwächelt. Der Umsatz sank um 12,5 Prozent auf 44,3 Milliarden Yuan. Die Bruttomarge in diesem Segment rutschte von 12,4 auf 10,1 Prozent.
Xiaomi-Präsident William Lu nannte die gestiegenen Speicherkosten eine „neue Normalität“. Er rechnet damit, dass sich der Kostendruck ab dem dritten Quartal abschwächt.
Im Elektroauto-Geschäft zeigt sich ein gemischtes Bild. Der Umsatz stieg um 5,1 Prozent auf 19 Milliarden Yuan. Die operativen Verluste aus dem EV-, KI- und Neugeschäft summierten sich aber auf 3,1 Milliarden Yuan.
Die fast unangetastete Rückkaufkapazität von rund 17,8 Milliarden Hongkong-Dollar bleibt damit ein Pfund, mit dem Xiaomi wuchern könnte. Ob das Management davon in den kommenden Wochen stärker Gebrauch macht, dürfte auch davon abhängen, wie schnell sich die Speicherchipkosten ab dem dritten Quartal tatsächlich entspannen.
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