Ein Fonds, zwei Lager, ein Termin: Am 30. Juli 2026 entscheiden die Aktionäre des XAI Floating Rate & Alternative Income Trust über die Zukunft ihres Managements. Was auf den ersten Blick nach einer Routine-Abstimmung aussieht, hat sich zu einem offenen Schlagabtausch zwischen dem aktuellen Sub-Berater und dem Fondsverwalter entwickelt.
Zwei Kandidaten, ein Votum
Im Zentrum steht die Frage, wer künftig die Kreditportfolios des Fonds steuert. XA Investments (XAI), der Verwalter des Trusts, wirbt für einen Wechsel zu Rockford Tower Asset Management, einer Tochter von King Street Capital Management. Der Vorschlag verspricht laut XAI potenziell höhere Ausschüttungen und eine bessere Performance – bei unveränderten Gebühren für die Aktionäre. King Street bringt nach eigener Darstellung drei Jahrzehnte institutionelle Erfahrung in US- und europäischen Kreditmärkten mit, samt Teams in den USA, London, Singapur und Dubai.
Octagon Credit Investors, seit der Fondsgründung 2017 als Sub-Berater tätig, sieht das komplett anders. In einem eigenen Aktionärsbrief wirft Octagon dem Board mangelnde Sorgfaltspflicht und handfeste Interessenkonflikte vor. Von den sechs Mitgliedern des Board of Trustees stünden mehrere in persönlicher oder beruflicher Nähe zu XAI – die übrigen seien mit dessen Zustimmung berufen worden. Octagon verweist zudem auf personelle Fluktuation bei King Street: Rund die Hälfte der Senior Partner habe die Firma in den vergangenen zwei Jahren verlassen, gepaart mit Mittelabflüssen aus dem größten Hedgefonds des Hauses.
Der Gebühren-Vorwurf
Besonders brisant ist Octagons Vorwurf, XAI wolle sich über den Wechsel einen größeren Anteil an den Verwaltungsgebühren sichern. Rockford Tower habe seine Dienste zu einem reduzierten Satz angeboten – wodurch mehr vom Gesamtkuchen bei XAI verbleibe. Octagon verweist auf ähnliche Konstellationen bei zwei weiteren von XAI verwalteten Fonds, dem XAI Madison Equity Premium Income Fund und dem XAI CLO & Income Opportunities Fund, wo parallel Sub-Berater-Wechsel mit vergleichbarer Gebührenlogik liefen.
Für die Aktionäre bedeutet das: zwei völlig gegensätzliche Stimmkarten. XAI wirbt für die WEISSE Karte und ein „FOR“ zum King-Street-Vorschlag, Octagon für die BLAUE Karte mit einem klaren „AGAINST“. Beide Seiten haben in den vergangenen Stunden noch einmal offene Briefe nachgelegt, um unentschlossene Anteilseigner vor dem Stichtag zu überzeugen.
Am 30. Juli fällt die Entscheidung. Bis dahin dürfte der Ton zwischen den Lagern kaum leiser werden – die Stimmenwerbung läuft auf beiden Seiten mit voller Kraft weiter.
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