X-FAB: 77-Prozent-Sprung nach Serenity-Post

Ein Analystenpost treibt X-FAB-Aktie zeitweise um 77 Prozent hoch. CEO dementiert Insiderwissen. Parallel dazu neue Chip-Partnerschaft mit Cadence.

Auf einen Blick:
  • Kurssprung von über 55 Prozent
  • Auslöser war ein Social-Media-Beitrag
  • EU-Förderung in Millionenhöhe bestätigt
  • Neue Allianz mit Cadence geschlossen

Ein einziger Social-Media-Post hat die Aktie von X-FAB am Mittwoch in einen Rausch versetzt. Das Papier schoss zeitweise um mehr als 77 Prozent nach oben. Mehrere Handelsunterbrechungen und ein massives Handelsvolumen prägten den Tag.

Der Auslöser war ein Beitrag des Accounts „Serenity“. Der Analysten-Kanal mit Fokus auf Halbleiter-Lieferketten hob die Bewertung des Unternehmens hervor. Die Aktie beendete den Handelstag schließlich mit einem Plus von über 55 Prozent.

Millionen-Förderung und Unterbewertung

Die Analyse verwies auf die Rolle von X-FAB bei Leistungshalbleitern. Hinzu kommen staatliche Fördergelder. Das Unternehmen erhält 128 Millionen Euro aus dem EU CHIPS Act und 50 Millionen Dollar aus dem US-Pendant.

Laut dem Social-Media-Post wirkt die Aktie mit einem Kurs-Buchwert-Verhältnis von 1,29 unterbewertet. CEO Damien Macq reagierte prompt auf die Turbulenzen. Er bestätigte, dass dem Management keine geheimen Informationen vorliegen, die den Anstieg rechtfertigen würden. Das Ereignis erinnert an frühere Phänomene, bei denen Privatanleger die Kurse von Halbleiterwerten massiv bewegten.

Allianz mit Cadence

Parallel zu den Marktturbulenzen treibt das Unternehmen seine technologische Basis voran. X-FAB meldete am Donnerstag eine tiefere Partnerschaft mit Cadence. Die Unternehmen wollen die Migration von Chip-Designs automatisieren. Bisher war dieser Prozess oft zeitaufwendig und fehleranfällig.

Die Lösung deckt einen Bereich von 1 µm bis 110 nm ab. Ingenieure können IC-Designs damit schneller auf fortschrittliche Geometrien übertragen. Das spart Platz auf dem Silizium und senkt den Stromverbrauch der fertigen Halbleiter.

X-FAB arbeitet als reine Foundry. Das Unternehmen fertigt Chips für Kunden aus der Automobilbranche, der Medizintechnik und der Industrie. Dabei spezialisiert sich der Konzern auf analoge Signale und Siliziumkarbid-Technologien. Diese Nischen gelten als weniger anfällig für die typischen Zyklen des Massenmarktes.

Ein erster Testlauf für den Wechsel zwischen verschiedenen Knotengrößen war bereits erfolgreich. Konkret gelang die Migration von 180 nm auf 110 nm. Die Marktkapitalisierung liegt nach den jüngsten Gewinnen bei rund 1,5 Milliarden Euro. Die Integration der neuen Cadence-Technologie in den Produktionsalltag bleibt das nächste operative Ziel.

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