Die Zusammenarbeit zwischen Workday und Google Cloud erreicht eine neue Stufe. Der selbstlernende Assistenzdienst „Sana“ ist jetzt in Googles Gemini Enterprise Plattform integriert. Nutzer können komplexe Verwaltungsaufgaben per Sprachbefehl erledigen – etwa Spesenabrechnungen oder Ausgabenkontrollen.
Das ist kein Randprojekt. Workday macht KI zum Kern seines Geschäftsmodells.
Daten fließen ohne Kopie
Herzstück der technischen Erweiterung: eine sogenannte „Zero-Copy“-Schnittstelle zwischen Workday Data Cloud und Googles BigQuery. Statt Daten mühsam zwischen Systemen zu spiegeln, greifen beide Plattformen direkt auf denselben Datenbestand zu. Das reduziert Verzögerungen und senkt die Komplexität für Unternehmen mit großen Belegschaftsdaten.
Der Sana-Agent ist zunächst für Early Adopters verfügbar. Die Implementierung unterstützen Beratungsfirmen wie Accenture, Deloitte und KPMG. Workday plant, das Tool im Laufe des Jahres 2026 allen Kunden zugänglich zu machen.
Kurserholung mit Fragezeichen
Die Aktie notiert am Dienstag bei knapp 134 Euro, rund 0,7 Prozent schwächer. Der Blick auf die Charttechnik zeigt ein gemischtes Bild: In den letzten 30 Tagen legte die Workday-Aktie um über 22 Prozent zu – eine beachtliche Rally. Gemessen am 52-Wochen-Hoch von 221,70 Euro fehlen aber immer noch knapp 40 Prozent. Der Jahresverlauf bleibt mit minus 24 Prozent deutlich negativ.
Ein Grund für die jüngste Erholung könnte der KI-Optimismus im Technologiesektor sein. Workday positioniert sich dabei gezielt als Plattform für „system of record“-Anwendungen in Unternehmen – also als zentrale Datenbasis für Personal- und Finanzprozesse.
Parallel dazu zeigen regulatorische Einreichungen: Der David A. Duffield Trust plant den Verkauf von 107.500 Aktien. Solche Transaktionen des Gründers sind jedoch in der Regel vorab geplant und kein Signal für kurzfristige Kursschwäche.
Die Produktionseinführung von Sana und weiteren KI-Agenten bleibt das bestimmende Thema für Workday in den kommenden Monaten. Gelingt der Skalierungsschritt zur allgemeinen Verfügbarkeit, könnte das Vertrauen der Anleger nachhaltig zurückkehren. Die Messlatte liegt hoch: Die Konkurrenz von SAP und Oracle schläft nicht.
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