Die jüngste Kursrallye der Workday-Aktie ist am gestrigen Montag ins Stocken geraten. Nachdem Spekulationen über eine milliardenschwere Übernahme den Wert in den vergangenen Wochen deutlich angetrieben hatten, traten nun namhafte Analysten auf die Bremse. Das Papier verlor gestern 3,5 Prozent und ging mit einem Stand von 165,12 Euro aus dem Handel.
Hintergrund des Rücksetzers sind zwei prominente Herabstufungen. Die Analysten von BTIG sowie der Deutschen Bank revidierten ihre Einschätzungen und mahnen vor einer Überbewertung. Insbesondere die fundamentale Entwicklung des Software-Spezialisten scheint mit dem rasanten Kursanstieg der letzten Zeit nicht mehr Schritt zu halten. Die Aktie notiert trotz des gestrigen Minus noch immer 30 Prozent über ihrem 50-Tage-Durchschnitt.
Fundamentale Zweifel am Wachstumstempo
BTIG-Analyst Allan Verkhovski stufte die Aktie von „Buy“ auf „Neutral“ herab. Als zentralen Kritikpunkt nannte er das Wachstum der sogenannten Current Remaining Performance Obligations (cRPO).
Während der Marktkonsens für das dritte Quartal ein Plus von 13,3 Prozent erwartet, prognostiziert Verkhovski lediglich ein Wachstum von 12 Prozent. Auch für das vierte Quartal liegen seine Erwartungen mit 11 Prozent unter den Schätzungen anderer Marktteilnehmer.
Zudem verweist das Analysehaus auf die begrenzte Akzeptanz der sogenannten „Flex Credits“. Große Bestandskunden zeigen sich bei der Einführung dieses Modells offenbar zurückhaltender als erhofft.
In der Folge wird für das Geschäftsjahr 2028 eine Verlangsamung des Wachstums bei den Abonnement-Umsätzen auf 10,9 Prozent modelliert. Experten bemängeln zudem, dass die operativen Margen bei einem verlangsamten organischen Umsatzwachstum im niedrigen zweistelligen Bereich kaum Spielraum für signifikante Ausweitungen bieten.
Übernahmegerüchte bereits eingepreist
Ein wesentlicher Treiber der vorangegangenen Wochen waren Berichte über Gespräche mit dem Private-Equity-Investor Silver Lake Capital. Diese Verhandlungen sollen eine Bewertung von rund 43 bis über 50 Milliarden US-Dollar zum Gegenstand haben.
Die Deutsche Bank senkte ihre Einstufung nun auf „Hold“ und begründete dies mit einem ausgewogenen Risiko-Rendite-Profil. Nach dem steilen Anstieg von rund 76 Prozent gegenüber dem Tief am 22. Juni seien die Übernahmechancen bereits weitgehend im Kurs reflektiert.
Zusätzlich zur Bewertung rückt die Unternehmensführung in den Fokus juristischer Prüfungen. Medienberichten zufolge untersucht die US-Kanzlei Schall, Brown & Schwartz derzeit mögliche Verletzungen der Treuepflicht durch den Vorstand und das Management von Workday.
Aktionäre, die Verluste erlitten haben, werden in diesem Zusammenhang aufgerufen, ihre Ansprüche prüfen zu lassen. Angesichts dieser Gemengelage aus operativen Fragezeichen und rechtlichen Unsicherheiten scheint der Markt den Fokus nun wieder stärker auf die harten Kennzahlen statt auf bloße Übernahmespekulationen zu legen.
Workday-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Workday-Analyse vom 18. August liefert die Antwort:
Die neusten Workday-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Workday-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 18. August erfahren Sie was jetzt zu tun ist.
