Der US-Softwarekonzern Workday verkleinert seine Belegschaft ein zweites Mal im laufenden Kalenderjahr. Über eine Pflichtmitteilung an die US-Börsenaufsicht SEC gab das Unternehmen gestern bekannt, rund 2,5 Prozent der Belegschaft abzubauen. Die Maßnahmen betreffen vor allem die Bereiche Produktentwicklung und Technologie. Zudem plant das Management, angemietete Büroflächen zu reduzieren.
Rechnerisch entspricht der Einschnitt bei mehr als 21.000 Angestellten rund 500 Arbeitsplätzen, wenngleich das Unternehmen selbst keine feste Stellenzahl nennt. Bereits im Februar hatte Workday etwa 400 Stellen gestrichen. Kurz nach dem ersten Schnitt übernahm Mitgründer Aneel Bhusri den Chefposten von Carl Eschenbach. Künstliche Intelligenz nannte das Unternehmen nicht als Auslöser für die jetzigen Kürzungen.
Millionenbelastung drückt auf die Margen
Für die Umsetzung der Restrukturierung rechnet das Management mit Gesamtkosten zwischen 65 und 80 Millionen US-Dollar. Davon sollen voraussichtlich 55 bis 70 Millionen US-Dollar im dritten Quartal des Geschäftsjahres 2027 anfallen, weitere 10 Millionen US-Dollar folgen im vierten Quartal.
Den Großteil machen erwartete Barausgaben für Abfindungen und Leistungen aus, ergänzt um nicht zahlungswirksame Abschreibungen auf Büroflächen und aktienbasierte Vergütungen.
Infolge dieser Einmalkosten passt das Softwareunternehmen seine GAAP-Erwartung an. Für das laufende dritte Quartal des Geschäftsjahres 2027 soll die GAAP-Betriebsmarge nun 20 bis 21 Prozentpunkte unter der bereinigten Non-GAAP-Marge liegen. Auf das gesamte Geschäftsjahr gerechnet wird ein Abstand von 19 Prozentpunkten erwartet.
Gleichzeitig bekräftigte Workday seine Ende August ausgegebenen operativen Jahresziele: Die Prognose für den Abonnementumsatz im Geschäftsjahr 2027 bleibt bei einer Spanne von 9,940 bis 9,950 Milliarden US-Dollar.
Während in manchen Bereichen gestrichen wird, will das Management an anderer Stelle weiter Personal einstellen, um strategische Wachstumsfelder gezielt zu verstärken. Die gesamten Personalmaßnahmen sollen bis zum ersten Quartal des Geschäftsjahres 2028 abgeschlossen sein.
Analysten halten an Einstufung fest
Am Markt stieß die Nachricht auf ein verhaltenes Echo. Im europäischen Handel notiert die Workday-Aktie heute bei 167,50 Euro und liegt damit seit Jahresanfang 10 Prozent im Minus.
Analyst Matthew VanVliet von Cantor Fitzgerald bekräftigte heute seine Kaufempfehlung mit der Einstufung Overweight und beließ das Kursziel bei 205 US-Dollar. Auch TD Cowen hatte die Aktie nach den vorangegangenen Quartalszahlen mit Hold und einem Kursziel von 210 US-Dollar eingestuft. Neben der Restrukturierung richtet sich die Aufmerksamkeit der Anleger nun auf den anstehenden Analystentag am 13. Oktober.
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