Nach dem Investor Day zeigt sich das Analystenlager bei Workday geteilt. Das Management lieferte keine neuen Finanzziele, dafür viel KI-Story. Die Aktie hat in sechs Monaten rund 52 Prozent zugelegt und notiert bei etwa 189 Dollar.
KI-Umsatz nähert sich 600 Millionen Dollar
Der jährlich wiederkehrende Umsatz mit KI-Produkten liegt nach Unternehmensangaben bei knapp 600 Millionen Dollar. Rund 900 Kunden kauften im vergangenen Jahr KI-Agenten und steigerten ihren Umsatz im Schnitt um etwa 12 Prozent. Workday öffnet seine Plattform zudem für Drittanbieter wie Claude. Sogenannte Flex Credits sollen die Abrechnung vom klassischen Preismodell pro Nutzerplatz lösen.
Für das Geschäftsjahr 2028 bestätigte der Vorstand sein Ziel: etwa 11 Prozent Wachstum bei den Abonnements und eine operative Marge von mehr als 33 Prozent (nicht nach GAAP). Mögliche KI-Zusatzerlöse sind darin nicht eingerechnet.
Kursziele zwischen 201 und 230 Dollar
Das Bild bleibt gemischt. Die Kursziele reichen von 201 bis 230 Dollar, die Begründungen fallen unterschiedlich aus:
- Needham: Kaufen, Ziel 230 Dollar, gestützt auf Kanalchecks mit starker Nachfrage nach Agenten-Produkten
- Oppenheimer: Outperform, Ziel 220 Dollar
- UBS: Neutral, Ziel gesenkt auf 210 von 220 Dollar
- Jefferies: Ziel ebenfalls auf 210 von 220 Dollar gesenkt, wegen schwächeren Umsatz- und Auftragsbestandswachstums im KI-Umbau
- Citi: Neutral, Ziel 201 Dollar
Mizuho bleibt bei Outperform und 210 Dollar. Das Haus sieht in der Rolle als zentrales Datensystem eine solide Basis für die KI-Monetarisierung. Es fehlt aus seiner Sicht aber noch an Klarheit, wann und in welchem Umfang das Umsatzwachstum wieder anzieht. Aktuell liegt es bei etwa 13 Prozent.
Insiderverkauf und Partnernetz
Chief Accounting Officer Mark Garfield verkaufte am 12. Oktober 918 Aktien zu 189,45 Dollar, gut 173.000 Dollar insgesamt. Der Verkauf lief über einen Handelsplan, den er bereits im Oktober 2025 aufgesetzt hatte. Ein Signal lässt sich daraus kaum ableiten.
Das Ökosystem wächst derweil weiter. Der Recruiting-Anbieter Metaview erweitert seine Integration in Workday Recruiting, KI-Agenten prüfen dort künftig Bewerbungen und protokollieren Interviews. Workday zählt nach eigenen Angaben über 11.500 Kunden, darunter mehr als 65 Prozent der Fortune-500-Konzerne.
Für Orientierung sorgt damit vor allem das bestätigte Fiskaljahr-2028-Ziel. Kommt der KI-Umsatz in die Nähe der Marke von 600 Millionen Dollar und darüber, dürfte die Debatte über das Wachstumstempo an Schärfe verlieren.
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