Wolters Kluwer trennt sich von seinem deutschen Endkundengeschäft für Steuersoftware. Die Steuertipps GmbH geht für 40 Millionen Euro an Buhl Data Service, den Hersteller der bekannten Steuersoftware WISO. Der Vertrag ist unterzeichnet, der Abschluss der Transaktion soll in den nächsten Tagen folgen.
Fokus auf Profikunden
Die Einheit gehört zur Sparte Tax & Accounting. Für 2026 erwartet der Konzern dort Bruttoerlöse von rund 30 Millionen Euro, ein ungeprüfter Wert. Der Kaufpreis entspricht damit etwa dem 1,3-Fachen des Jahresumsatzes.
Die Begründung des Unternehmens ist eindeutig: Der Verkauf soll die strategische Ausrichtung auf professionelle Märkte schärfen. Dort sieht Wolters Kluwer die größten Synergien, das stärkste nachhaltige Wachstum und die besten Renditen. Das Privatkundengeschäft mit Steuertipps passte offenbar nicht mehr in dieses Bild.
Finanziell bleibt der Schritt überschaubar. Gemessen am Konzernumsatz von zuletzt 6,1 Milliarden Euro macht Steuertipps nur einen Bruchteil aus. Es handelt sich um Portfoliopflege, nicht um einen Konzernumbau.
Legal-Daten als Nebenschauplatz
Parallel dazu hat die Sparte ELM Solutions ihren neuesten LegalVIEW-Insights-Bericht veröffentlicht. Er basiert auf mehr als 230 Milliarden Dollar an ausgewerteten Rechnungsdaten und zeigt, dass die Stundensätze von Anwaltskanzleien sehr uneinheitlich steigen. Besonders kräftig legen Kanzleien der Am-Law-Gruppe 26 bis 50 zu: Die Partnersätze stiegen dort um 9,1 Prozent.
Neu im Bericht sind Analysen zu Personalstruktur und Abrechnungsdisziplin. In fünf von sechs untersuchten Kanzleigruppen lag die Quote regelwidriger Abrechnungen über dem historischen Niveau. Für Wolters Kluwer ist die Studie vor allem ein Schaufenster für sein Datengeschäft im Rechtsmarkt.
Kursrelevant ist der Bericht kaum. Der Verkauf von Steuertipps zeigt dagegen, wohin der Konzern steuert: weg vom Massengeschäft mit Privatkunden, hin zu spezialisierter Software und Datenlösungen für Profis. Mit dem Abschluss in den kommenden Tagen ist das Kapitel Steuertipps beendet.
Stand heute, 30. Oktober: Wolters Kluwer – Kaufen, halten oder verkaufen?
Wer in Wolters Kluwer investiert ist oder einen Einstieg prüft, sollte die Lage jetzt neu bewerten. Die Gratis-Analyse vom 30. Oktober gibt die klare Antwort – und zeigt, warum Abwarten gerade jetzt riskanter sein kann, als es wirkt.
