Wolfspeed Aktie: Klage gegen Navitas

Wolfspeed reicht Klage gegen Navitas wegen angeblichen Patentdiebstahls ein. Der Aktienkurs fällt deutlich, während Leerverkäufer massiv auf fallende Kurse setzen.

Auf einen Blick:
  • Klage wegen geistigen Eigentums eingereicht
  • Aktienkurs bricht um fast acht Prozent ein
  • Umsatzrückgang von 19 Prozent verzeichnet
  • Short-Quote erreicht 54 Prozent

Wolfspeed geht in die Offensive und verklagt den Konkurrenten Navitas Semiconductor. Im Kern geht es um den Diebstahl geistigen Eigentums bei Halbleiter-Technologien. Anleger reagierten am Freitag jedoch mit massiven Verkäufen.

Rechtsstreit um Chip-Patente

Die Klage vor einem Gericht in Delaware zielt auf zentrale Produktlinien von Navitas ab. Wolfspeed beansprucht mehrere Patente für Siliziumkarbid- und Galliumnitrid-Anwendungen für sich. Unter anderem geht es um die geschützten Verfahren mit den Nummern 8.169.005 und 10.998.418.

Navitas weist diese Vorwürfe entschieden zurück. Das Unternehmen bezeichnete die Ansprüche als haltlos und kündigte rechtlichen Widerstand an. Während das Wolfspeed-Management den Schritt als notwendigen Schutz des Portfolios darstellt, dominiert am Markt die Vorsicht.

Der Aktienkurs brach am Freitag um 7,77 Prozent ein. Bei 34,35 USD notiert das Papier nun deutlich unter dem Schlusskurs des Vortags von 37,25 USD. Innerhalb eines Monats verlor der Titel damit über 20 Prozent an Wert.

Hoher Barmittelverbrauch belastet

Die Marktkapitalisierung schrumpfte auf rund 1,79 Milliarden Euro. Trotz der Kursverluste wetten einige Marktteilnehmer auf eine Wende. Das Handelsvolumen bei Kaufoptionen stieg sprunghaft an. Dennoch bleibt die Lage angespannt, da die Volatilität bei hohen 141 Prozent liegt.

Zuvor enttäuschten operative Kennzahlen die Investoren. Der Umsatz sank im Jahresvergleich um 19 Prozent auf rund 150 Millionen USD. Das Quartalsergebnis je Aktie lag zuletzt bei minus 3,26 USD.

Parallel dazu refinanzierte das Unternehmen Wandelanleihen im Wert von 476 Millionen USD. Die gesamte Schuldenlast sank dadurch um 97 Millionen USD. Ob diese Entlastung ausreicht, bleibt unter Analysten umstritten.

Massive Wetten gegen den Kurs

Leerverkäufer setzen derzeit massiv gegen das Unternehmen. Die Short-Quote liegt bei 54 Prozent der frei gehandelten Aktien. Damit gehört Wolfspeed zu den am stärksten gegen Kursschwankungen gewetteten US-Unternehmen in seinem Sektor.

Der Relative-Stärke-Index (RSI) markiert mit einem Wert von 37,6 einen neutralen bis bärischen Bereich. Die Aktie nähert sich damit der überverkauften Zone an, ohne sie bisher klar zu durchbrechen. Einige Experten taxieren den fairen Wert des Papiers mittlerweile bei nur noch 20,00 USD.

In den kommenden Wochen entscheidet der Prozessverlauf in Delaware über die langfristige Richtung. Wolfspeed muss beweisen, dass die operativen Margen trotz der juristischen Kosten stabilisiert werden können.

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