Wolfspeed holt sich erfahrene Unterstützung in das Kontrollgremium. Der Spezialist für Siliziumkarbid-Halbleiter ernannte am Mittwoch Andy W. Mattes mit sofortiger Wirkung zum neuen Mitglied des Board of Directors. Die Personalie trifft auf ein Unternehmen in einer äußerst volatilen Marktphase.
Branchen-Expertise für das Kontrollgremium
Andy W. Mattes übernimmt zusätzlich den Vorsitz des Vergütungsausschusses. Er blickt auf über 40 Jahre Erfahrung im Technologiesektor zurück. Zuvor führte er als CEO die börsennotierten Unternehmen Coherent und Diebold Nixdorf.
Wolfspeed-Chef Robert Feurle sieht in Mattes’ strategischer Perspektive einen Gewinn für die kommende Wachstumsphase. Parallel dazu hält Mattes bereits Aufsichtsratsmandate bei ams OSRAM, der AT&S AG und Cohu. Seine Laufbahn umfasst zudem Führungspositionen bei Hewlett Packard, Siemens und McKinsey.
Massive Verkaufswelle belastet
An der Börse verpuffte die Nachricht zunächst. Das Papier verlor am Mittwoch über sieben Prozent an Wert und notiert bei rund 20 USD. Damit setzt sich eine massive Verkaufswelle fort: Innerhalb von 30 Tagen brach der Kurs um mehr als die Hälfte ein.
Der Relative-Stärke-Index (RSI) ist auf einen Wert von 27 gefallen. Damit gilt die Aktie technisch als überverkauft. Die hohe Volatilität von fast 90 Prozent verdeutlicht die aktuelle Verunsicherung der Marktteilnehmer.
Strategische Herausforderungen
Hinter der Schwäche stehen mehrere Belastungsfaktoren. Der Quartalsumsatz sank im Jahresvergleich um 19 Prozent auf rund 150 Millionen USD. Daneben drückt ein potenzieller Aktienverkauf durch Altaktionäre von bis zu 24 Millionen Papieren auf die Stimmung.
Der kapitalintensive Ausbau neuer Produktionsanlagen fordert die Bilanz zusätzlich heraus. Im Juli 2026 leitete das Management zudem eine Patentklage gegen Navitas Semiconductor ein. Es geht dabei um Technologien für Galliumnitrid und Siliziumkarbid.
Der operative Fokus liegt nun auf dem Hochlauf der neuen Fertigungsstätten und dem Ausgang des Patentstreits. Die hohe Leerverkaufsquote von 54 Prozent sorgt derweil für anhaltenden Druck auf die Notierung.
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