Ein enttäuschender US-Arbeitsmarktbericht hat dem Silberpreis neuen Schwung gegeben. Das WisdomTree Silver 3x Daily Leveraged profitiert davon überproportional. Nach Wochen extremer Schwankungen zeigt sich, wie sensibel gehebelte Rohstoffprodukte auf Zinserwartungen reagieren.
Schwache Jobdaten lösen Silber-Rally aus
Auslöser war der US-Arbeitsmarktbericht für Juni. Die Wirtschaft schuf nur 57.000 neue Stellen. Ökonomen hatten mit rund 110.000 bis 115.000 gerechnet. Die Arbeitslosenquote blieb bei 4,2 Prozent stabil.
Der Markt reagierte sofort auf den „Jobs-Schock“. Vor der Veröffentlichung lag die Wahrscheinlichkeit für eine Fed-Zinserhöhung im September bei 66 Prozent. Danach fiel sie auf 52 bis 54 Prozent. Der Dollar-Index rutschte in Richtung 100,80 Punkte ab.
Ein schwächerer Dollar macht Rohstoffe für internationale Käufer günstiger. Silber legte um etwa 7 Prozent zu und überschritt die Marke von 62,40 US-Dollar je Feinunze. Die vorangegangene Volatilitätsphase fand damit vorerst ein Ende.
Technisches Bild: Erholung nach heftigem Einbruch
Das WisdomTree Silver 3x Daily Leveraged schloss den Freitagshandel bei 8,54 US-Dollar. Das entspricht einem Tagesgewinn von 4,85 Prozent. Auf Wochensicht steht ein Plus von 15,88 Prozent zu Buche.
Die längerfristige Bilanz zeigt allerdings, wie riskant dreifach gehebelte Produkte sind. Über 30 Tage verliert das Papier noch immer 44,42 Prozent. Wer nur die jüngste Erholung sieht, verkennt das Ausmaß der vorangegangenen Talfahrt.
Der 14-Tage-RSI liegt bei 36,0. Das Papier bewegt sich damit aus dem überverkauften Bereich heraus, ohne bereits neutrales Terrain erreicht zu haben. Die annualisierte 30-Tage-Volatilität bleibt mit 149,68 Prozent extrem hoch.
Für die kommende Woche wartet beim Silberpreis der erste Widerstand bei 63,50 US-Dollar. Weitere psychologische Marken liegen bei 70,00 und 71,80 US-Dollar. Nach unten stützen die Level bei 60,00 und 55,25 US-Dollar.
Institutionelle Nachfrage trifft auf Angebotsdefizit
Neben der Zinsdebatte stützen strukturelle Faktoren den Silberpreis. Der iShares Silver Trust (SLV) kaufte zwischen dem 30. Juni und 2. Juli netto 36,5 Tonnen Silber zu. Die Gesamtbestände des Fonds stiegen damit auf 14.940 Tonnen.
Auch die Fundamentaldaten sprechen für den Markt. Analysten erwarten für 2026 ein globales Silberdefizit von 46,3 Millionen Unzen — das sechste Defizitjahr in Folge. Die Industrienachfrage aus einzelnen Sektoren gab zwar leicht um 3 Prozent nach. Der wachsende Bedarf aus Elektronik und Solarenergie wirkt dem aber entgegen und stützt die Preisbasis strukturell.
Terminkalender für die kommende Woche
Mehrere Termine dürften die Kursrichtung beim gehebelten Silber-Produkt in den nächsten Tagen bestimmen:
- 8. Juli: Veröffentlichung des FOMC-Sitzungsprotokolls — Hinweise zur Zinspolitik der Fed erwartet
- Erzeugerpreisindex (PPI): Neue Daten zum Inflationsdruck, relevant für die Fed-Sitzungen im Oktober und Dezember
- ISM-Dienstleistungsindex: Ergänzende Einschätzung zur Konjunkturlage jenseits der Industrie
Hinzu kommt ein Ölpreis, der über die Marke von 100 US-Dollar je Barrel steigt. Das nährt Sorgen vor einer Stagflation. Kühlt sich die Konjunktur weiter ab, während der Preisdruck anhält, dürfte das die Attraktivität von Edelmetallen als Absicherung erhöhen — mit direkten Folgen für die Kursentwicklung des gehebelten Silber-Produkts in der kommenden Woche.
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