WisdomTree Silver 3x: 25 Prozent Wochensturz bei Silber-Rückfall

Der WisdomTree Silver 3x Daily Leveraged ETC verliert wöchentlich über 25 Prozent. Starke US-Arbeitsmarktdaten und Zinssorgen setzen dem gehebelten Silberprodukt massiv zu.

Auf einen Blick:
  • ETC verzeichnet Wochenminus von 25 Prozent
  • US-Arbeitsmarkt löst Zinssorgen aus
  • Silberpreis fällt unter 70 US-Dollar
  • Angebotsdefizit bleibt bestehen

Der Hebel wirkt in beide Richtungen. Beim WisdomTree Silver 3x Daily Leveraged ETC trifft ein schwacher Silbermarkt auf eine Produktstruktur, die tägliche Bewegungen verdreifacht. Das Ergebnis ist ein scharfer Rückschlag, obwohl die langfristige Angebotslage bei Silber weiter angespannt bleibt.

Am Freitag schloss der ETC bei 12,37 US-Dollar. Auf Wochensicht steht ein Minus von 25,19 Prozent, während die annualisierte Monatsvolatilität bei 137,25 Prozent liegt. Das zeigt, wie stark kurzfristige Schwankungen in diesem Produkt durchschlagen.

US-Arbeitsmarkt setzt Silber unter Druck

Auslöser war vor allem der US-Arbeitsmarkt. Die Beschäftigung stieg im Mai um 172.000 Stellen und lag damit deutlich über den erwarteten 85.000. Die Arbeitslosenquote blieb bei 4,3 Prozent.

Damit rückten Zinssorgen zurück auf die Agenda. Marktteilnehmer preisen inzwischen eine Zinserhöhung der US-Notenbank um einen Viertelpunkt bis Jahresende ein. Für Silber ist das belastend, weil das Metall keine laufenden Erträge abwirft und bei steigenden Zinsen gegenüber verzinslichen Anlagen an Attraktivität verliert.

Der Silberpreis fiel am Freitag unter 70 US-Dollar je Feinunze und erreichte den niedrigsten Stand seit Ende März. Auf Wochensicht stand ein Rückgang von mehr als sieben Prozent. Der ETC machte daraus wegen seiner Konstruktion ein deutlich größeres Minus.

Zum Wochenstart gab es zumindest ein kleines Stabilisierungssignal. Silber notierte am 7. Juni bei 67,81 US-Dollar je Feinunze und damit leicht höher als am Vortag. Auf Monatssicht bleibt der Rückgang aber deutlich.

Warum der Hebel Verluste verschärft

Der WisdomTree-ETC bildet die tägliche Entwicklung eines Silber-Futures-Index mit dem Faktor drei ab. Steigt der Index an einem Tag um ein Prozent, legt das Produkt vor Kosten ungefähr um drei Prozent zu. Fällt der Index, wirkt derselbe Mechanismus nach unten.

Wichtig ist der tägliche Neustart des Hebels. Über mehrere Handelstage entspricht die Wertentwicklung deshalb nicht einfach dem dreifachen Indexergebnis. In stark schwankenden Phasen entsteht ein Zinseszinseffekt, der die Abweichung vergrößern kann.

Genau diese Mechanik ist derzeit der Knackpunkt. Die hohe Volatilität sorgt dafür, dass Verluste nicht nur durch die Richtung des Silberpreises entstehen, sondern auch durch die tägliche Neugewichtung verstärkt werden. Die jährliche Kostenquote liegt bei 0,99 Prozent, das Produktvolumen bei rund 330 Millionen Euro.

Angebotsdefizit hilft kurzfristig wenig

Der Kursrutsch steht im Kontrast zur physischen Silberlage. Der Markt verzeichnete 2025 ein Defizit von 40,3 Millionen Unzen, bereits das fünfte Jahr in Folge mit Nachfrageüberschuss. Für 2026 wird ein weiteres Defizit von 46,3 Millionen Unzen erwartet.

Seit 2021 summiert sich der Abbau oberirdischer Lagerbestände auf 762,1 Millionen Unzen. Das ist der Grund, warum selbst ein vergleichsweise moderates jährliches Defizit die physische Versorgung belastet. Vor allem industrielle Anwendungen stützen die Nachfrage.

Solartechnik, Elektrofahrzeuge und Rechenzentren benötigen Silber in ihren Komponenten. Diese Nachfrage reagiert weniger empfindlich auf Preisschwankungen als klassische Investmentnachfrage. Kurzfristig dominiert am Markt aber die Zinsdebatte.

UBS bleibt deshalb vorsichtiger. Die Strategen verweisen auf schwächere Investmentnachfrage, weichere industrielle Nachfrage und ein höheres Minenangebot. In ihrer Basiserwartung sehen sie Silber weitgehend seitwärts handeln.

Analysten bleiben gespalten

Die Prognosen liegen weit auseinander. J.P. Morgan Global Research erwartet für 2026 einen durchschnittlichen Silberpreis von 81 US-Dollar je Unze. Citigroup zählt zu den optimistischeren Häusern und sieht in der zweiten Jahreshälfte 2026 ein Ziel von 110 US-Dollar.

Die optimistischen Szenarien stützen sich auf anhaltende physische Engpässe und steigenden industriellen Verbrauch. Die vorsichtigeren Modelle betonen dagegen höhere Zinsen, einen festeren Dollar und das Risiko nachlassender Nachfrage. Genau diese Mischung prägt derzeit den Handel.

Geopolitische Faktoren bleiben ein weiterer Unsicherheitsfaktor. Friedensgespräche im Nahen Osten wurden politisch zwar als weit fortgeschritten beschrieben, Iran und die mit Teheran verbundene Hisbollah signalisierten jedoch Widerstand gegen zentrale Vorschläge. Solche Risiken können Gold und Silber stützen, ändern kurzfristig aber nichts am Druck durch die Zinserwartungen.

Für den WisdomTree Silver 3x Daily Leveraged ETC zählt in den nächsten Sitzungen vor allem die Marke von 70 US-Dollar beim Silberpreis. Eine Rückeroberung könnte den Hebel stabilisieren. Scheitert Silber daran, bleibt die Kombination aus Zinsangst, starkem Dollar und hoher Volatilität der entscheidende Belastungsfaktor.

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