Der Baustoffhersteller Wienerberger bereitet nach den jüngsten Belastungen im Wohnbau die Weichen für die kommenden Quartale vor. Das Management hat eine umfassende strategische Überprüfung der einzelnen Geschäftsbereiche gestartet und forciert zeitgleich Maßnahmen zur Kostenoptimierung. Anleger blicken nun auf die Detailpläne, mit denen der Konzern auf den anhaltenden Gegenwind in zentralen Auslandsmärkten reagieren will.
Gegenwind auf wichtigen Auslandsmärkten
Verantwortlich für die angespannte Lage ist vor allem eine anhaltend schwache Neubauaktivität. Das Unternehmen verzeichnete spürbare Rückgänge, die insbesondere in Großbritannien sowie in Nordamerika – in den USA und in Kanada – das Geschäft belasten. Während die Nachfrage nach Baustoffen in diesen Regionen spürbar nachgelassen hat, verschärfte sich der Druck auf der Kostenseite.
Seit Ende August verzeichnet das Unternehmen deutlich gestiegene Ausgaben in der Logistik sowie höhere Kosten für Energie und Rohstoffe. Diese Kombination aus nachlassender Bautätigkeit und teurerer Produktion schlägt sich unmittelbar in den operativen Kennzahlen nieder.
Für das dritte Quartal 2026 rechnet Wienerberger mit einem Umsatz von rund 1,2 bis 1,3 Milliarden Euro. Das operative EBITDA für das Quartal wird auf rund 170 bis 180 Millionen Euro taxiert.
Sparprogramm und Weichenstellung im November
Als Reaktion auf diese Rahmenbedingungen beschleunigt der Konzern das laufende Sparprogramm. Wienerberger senkte die EBITDA-Prognose für das Gesamtjahr 2026 auf 640 bis 650 Millionen Euro. Wie die Nachrichtenagentur APA berichtete, hatte das Management die Zielmarke im Juli bereits auf rund 700 Millionen Euro angepasst. Die erneute Reduzierung unterstreicht die Dringlichkeit der Gegenmaßnahmen.
Am Aktienmarkt spiegeln sich die operativen Herausforderungen deutlich wider: Seit Jahresanfang verzeichnet das Papier ein Minus von 48 Prozent, erholte sich heute jedoch leicht um 1,4 Prozent auf 15,73 Euro.
Klarheit über den weiteren Kurs soll der Herbst bringen. Wienerberger plant am 12. November die Veröffentlichung des vollständigen Zwischenberichts für die ersten neun Monate 2026. Im Rahmen dieses Termins will das Management konkrete Details zu den beschleunigten Kostenoptimierungen vorlegen und ein Update zu den Fortschritten der strategischen Geschäftsbereichsüberprüfung präsentieren.
Für Investoren wird dieser Stichtag zeigen, welche Einschnitte und strukturellen Anpassungen der Baustoffkonzern plant, um die Profitabilität nachhaltig zu stabilisieren.
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