Ein Wechsel an der Konzernspitze, den niemand kommen sah: Heimo Scheuch, seit 2009 CEO von Wienerberger, legt sein Amt mit sofortiger Wirkung nieder. Der Grund ist gesundheitlicher Natur. Nach mehr als 17 Jahren an der Spitze endet damit eine der längsten CEO-Amtszeiten im österreichischen Leitindex.
Der Aufsichtsrat hat Gerhard Hanke zum Interim-CEO bestellt, mit unmittelbarer Wirkung. Hanke ist seit über 25 Jahren im Unternehmen, war von 2021 bis 2025 CFO und agiert seit Juni 2026 als stellvertretender CEO. Die Positionen von CFO Dagmar Steinert und COO West Harald Schwarzmayr bleiben unangetastet.
Vom Ziegelhersteller zum Infrastrukturkonzern
Scheuchs Abgang markiert das Ende einer Ära. Unter seiner Führung wandelte sich Wienerberger von einem klassischen Ziegelproduzenten zu einem internationalen Anbieter für Gebäudehülle und Infrastrukturlösungen in Europa und Nordamerika. Aufsichtsratschef Peter Steiner würdigte diese Transformation und betonte, Hanke genieße im Unternehmen großes Vertrauen und stehe für Kontinuität.
Der Aufsichtsrat hat nach eigenen Angaben eine strukturierte Suche nach einem langfristigen Nachfolger eingeleitet. Bis ein neuer CEO gefunden ist, bleibt Hanke am Ruder — eine Übergangslösung, die zunächst auf Stabilität setzt statt auf Neuausrichtung.
Die Personalie kommt zu einem heiklen Zeitpunkt. Nur zwei Tage nach der Rücktrittsmeldung stehen die Zahlen zum zweiten Quartal und ersten Halbjahr 2026 an, die Wienerberger am 12. August wie geplant präsentieren will. Der neue Interim-CEO muss sich damit unmittelbar der Kapitalmarktöffentlichkeit stellen — mitten im Übergang und ohne Einarbeitungszeit.
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