Wienerberger kämpft mit der anhaltenden Flaute im Wohnungsbau. Der Baustoffriese senkt seine Gewinnziele für das laufende Jahr deutlich. An der Börse löste die Nachricht am Dienstag einen spürbaren Ausverkauf aus.
Schwache Nachfrage belastet Ergebnis
Im zweiten Quartal stieg der Umsatz zwar um 13 Prozent auf 1,41 Milliarden Euro. Das Wachstum kam vor allem durch Zukäufe und eine solide Nachfrage im Infrastrukturbereich zustande. Parallel dazu sank jedoch das operative Ergebnis (EBITDA) auf 230 Millionen Euro.
Im Vorjahresquartal verdiente der Konzern noch 253 Millionen Euro. Das Management macht die schwache Neubautätigkeit in den USA, Kanada und Großbritannien für den Rückgang verantwortlich. Der Wohnungssektor in diesen Kernmärkten entwickelte sich deutlich schlechter als ursprünglich kalkuliert.
Wegen der anhaltenden Flaute korrigiert Wienerberger die Jahresziele nach unten. Der Vorstand erwartet nun ein EBITDA von rund 700 Millionen Euro. Bisher lag die Prognose bei 760 Millionen Euro.
Die Börse reagierte empfindlich auf die neuen Zahlen. Die Aktie verlor über acht Prozent an Wert und notiert bei 20,60 Euro. Damit bewegt sich das Papier nur noch knapp über seinem aktuellen 52-Wochen-Tief.
Umbau gegen die Zyklik
Wienerberger will die Abhängigkeit vom schwankungsanfälligen Wohnbau weiter reduzieren. Über 60 Prozent der Umsätze kommen inzwischen aus den Bereichen Infrastruktur und Renovierung. In diese Strategie passt der Zukauf des italienischen Spezialisten Italcer vom April.
Zusätzliche Einsparungen soll das Effizienzprogramm „Fit for Growth“ bringen. Der Konzern optimiert Betriebskosten und Investitionen, um den Cashflow im zweiten Halbjahr zu stützen. Wienerberger will so die Auswirkungen der Marktschwäche abfedern.
Am 12. August veröffentlicht das Unternehmen die vollständigen Halbjahreszahlen. Dann dürften weitere Details zu den Sparmaßnahmen und der Entwicklung in Nordamerika folgen.
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