Wienerberger notiert nur knapp über seinem Jahrestief von 19,92 Euro. Seit Jahresbeginn hat die Aktie 31,67 Prozent verloren. Der Blick der Anleger richtet sich nun auf frische Analystenschätzungen zu den anstehenden Halbjahreszahlen.
Analysten erwarten deutlichen Gewinnrückgang im Quartal
Eine aktuelle Zusammenstellung von Analystenschätzungen zeigt ein gemischtes Bild für das zweite Quartal 2026. Ein Analyst erwartet ein Ergebnis je Aktie von 0,701 Euro. Das wäre ein Rückgang von 24,62 Prozent gegenüber dem Vorjahreswert von 0,930 Euro.
Beim Umsatz zeichnet sich dagegen ein Plus ab. Drei Analysten rechnen mit einem Zuwachs von 13,75 Prozent auf durchschnittlich 1,42 Milliarden Euro. Im Vorjahresquartal hatte der Konzern noch 1,25 Milliarden Euro erlöst.
Für das Gesamtjahr sind die Schätzungen uneinheitlich zur jüngsten Ergebniswarnung des Konzerns. Acht Analysten erwarten im Schnitt einen Gewinn je Aktie von 1,67 Euro, nach 1,52 Euro im Vorjahr.
Beim Umsatz rechnen dieselben Analysten mit durchschnittlich 4,88 Milliarden Euro. Im Vorjahr waren es noch 4,57 Milliarden Euro.
Schwacher Wohnungsbau belastet bereits die Zahlen
Diese Kluft zwischen Umsatz und Gewinn zeigte sich schon in den zuletzt veröffentlichten Quartalszahlen. Die Erlöse legten im Jahresvergleich um 13 Prozent auf 1,41 Milliarden Euro zu.
Das operative Ebitda sank dagegen von 253 auf 230 Millionen Euro. Hauptgrund war laut Unternehmensangaben ein unerwartet schwacher Wohnungsneubau, vor allem in den USA, Kanada und Großbritannien.
Der Umsatzanstieg beruhte auf organischem Wachstum von 7 Prozent sowie auf Zukäufen. Die Übernahmen der italienischen Italcer-Gruppe und der schwedischen NEWS Group trugen spürbar zum Konzernergebnis bei.
Ausblick auf die Halbjahreszahlen
Die vollständigen Zahlen zum ersten Halbjahr will Wienerberger im Laufe des dritten Quartals veröffentlichen. Analystenplattformen nennen dafür August, eine offizielle Bestätigung des genauen Termins liegt aber noch nicht vor.
Charttechnisch bleibt das Bild angeschlagen. Der Relative-Stärke-Index von 35,3 signalisiert eine überverkaufte Aktie, eine nachhaltige Gegenbewegung ist bislang aber ausgeblieben.
Die Halbjahreszahlen im August dürften zeigen, ob sich die Schwäche im nordamerikanischen und britischen Wohnungsbau fortsetzt. Bestätigt sich der erwartete Rückgang beim Gewinn je Aktie, dürfte der Kurs kaum aus der überverkauften Zone herausfinden.
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