Die europäische Bauwirtschaft steht unter anhaltendem Druck, was sich spürbar auf die Geschäftslage von Wienerberger auswirkt. Der Baustoffhersteller sieht sich vor der Vorlage seiner detaillierten Zwischenbilanz mit spürbarem Gegenwind in Kernregionen konfrontiert.
Vor allem die anhaltend schwache Nachfrage im Wohnungsneubau in Großbritannien und Nordamerika belastet die operative Entwicklung. Hinzu kommen deutliche Kostensteigerungen auf der Aufwandsseite, da Energie-, Rohstoff- und Logistikpreise die Margen einschränken.
Angepasste Prognose und strategische Prüfung
Vor diesem Hintergrund hat das Management die operativen Zielgrößen für das Gesamtjahr neu ausgerichtet. Für das Geschäftsjahr 2026 stellt Wienerberger ein EBITDA in einer Spanne von 640 bis 650 Millionen Euro in Aussicht.
Um den Belastungen entgegenzuwirken, forciert das Unternehmen interne Kostenoptimierungen. Zugleich unterzieht der Konzern seine einzelnen Geschäftsbereiche einer strategischen Überprüfung, um das Portfolio auf die veränderten Marktbedingungen auszurichten.
Für das dritte Quartal zeichnet sich eine Verlangsamung ab. Wienerberger erwartet für diesen Dreimonatsabschnitt einen Umsatz von rund 1,2 bis 1,3 Milliarden Euro. Das operative EBITDA soll bei rund 170 bis 180 Millionen Euro liegen.
Detaillierte Einblicke in den tatsächlichen Geschäftsverlauf und die Umsetzung der Sparschritte dürften die Zahlen für die ersten drei Quartale liefern. Wienerberger plant die Veröffentlichung des Berichts zu den ersten neun Monaten für den 12. November 2026.
Halbiert seit Jahresbeginn
Am Aktienmarkt lasten die schwache Baukonjunktur und die reduzierten Gewinnaussichten schwer auf der Notierung. Die Wienerberger-Aktie steht heute bei 15,33 Euro, was einem Tagesverlust von 1,7 Prozent entspricht. Seit dem Jahresanfang hat das Wertpapier rund 50 Prozent an Wert eingebüßt. Anleger richten den Blick nun darauf, ob die strategische Überprüfung im November greifbare Maßnahmen zur Stabilisierung aufzeigen kann.
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