Wienerberger atmet auf. Nach einem monatelangen Abwärtstrend setzt die Aktie am Montag zur Erholung an. Das Papier legte zum Handelsstart um drei Prozent auf 21,96 Euro zu. Trotz dieser Bewegung bleibt die Jahresbilanz mit einem Minus von 28 Prozent belastet.
Hilfe aus Brüssel
Die EU-Kommission plant Entlastungen für die Industrie. Neue Vorschläge zum Emissionshandel versprechen der keramischen Branche mehr kostenlose Zertifikate. CEO Heimo Scheuch sieht darin einen wichtigen Schritt für den Standort Europa.
Für das Unternehmen bedeutet das vor allem Planungssicherheit. Der Konzern kann künftige Investitionen in eine klimaneutrale Produktion nun besser kalkulieren. Die Kosten für CO2-Zertifikate sinken im Vergleich zum bisherigen Modell voraussichtlich deutlich.
Umbau zeigt Wirkung
Parallel dazu baut Wienerberger das Geschäft konsequent um. Der Baustoffkonzern macht sich zunehmend unabhängig vom kriselnden Wohnungsbau. Inzwischen stammen über 60 Prozent der Erlöse aus den Bereichen Infrastruktur und Sanierung.
Zukäufe wie die Terreal-Gruppe und die übernommene NEWS Group stärken diese neue Ausrichtung. Besonders das Wassermanagement gewinnt an Bedeutung. Diese Segmente gelten als krisenfester als der Neubau in Nordamerika oder Großbritannien. Dort belasten hohe Zinsen weiterhin die Nachfrage.
Zahlen im Fokus
Am 12. August veröffentlicht Wienerberger die detaillierten Halbjahresergebnisse. Im Zentrum steht das EBITDA-Ziel von rund 700 Millionen Euro für das Gesamtjahr. Investoren warten ferner auf konkrete Fortschritte beim Effizienzprogramm „Fit for Growth“. Das Management wird die Ergebnisse in einer Telefonkonferenz für den Kapitalmarkt erläutern.
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