Der Baustoffkonzern Wienerberger wagt einen technologischen Vorstoß in einem schwierigen Marktumfeld. Während die Auftragsbücher in der europäischen Baubranche schrumpfen, investiert das Unternehmen massiv in den Umbau seiner Produktion. Ein Pilotprojekt in England soll nun zeigen, wie die Ziegelherstellung der Zukunft aussieht.
Weltpremiere in England
Am 28. Mai 2026 starten die Bauarbeiten am britischen Standort Broomfleet. Dort errichtet die Tochtergesellschaft Wienerberger UK & Ireland den weltweit ersten vollelektrischen Tunnelofen für Dachziegel. Die Anlage ersetzt die bisherige Befeuerung mit Erdgas. Das Management bezeichnet den Bau als Pilotprojekt. Funktioniert der Elektro-Ofen, dient er als Blaupause für weitere Werke des Konzerns. Das Ziel: Die CO2-Emissionen in der energieintensiven Produktion drastisch senken.
Parallel dazu kämpft die Branche mit einer hartnäckigen Nachfrageschwäche. Aktuelle Daten aus Deutschland belegen den Abwärtstrend. Im März fielen die realen Auftragseingänge im Bauhauptgewerbe um knapp acht Prozent im Jahresvergleich. Besonders der Tiefbau bricht weg und verbuchte ein Minus von elf Prozent zum Vormonat. Einzig der Hochbau lieferte mit einem Zuwachs von neun Prozent einen Lichtblick.
Dieses raue konjunkturelle Umfeld bremst die Investitionsbereitschaft vieler Bauherren. Hohe Zinsen und teure Materialien belasten die Bilanzen der Projektentwickler massiv. Wienerberger muss seine teure Klimastrategie genau in dieser Schwächephase finanzieren.
Aktie am Tiefpunkt
An der Börse spiegelt sich diese Flaute deutlich wider. Die Wienerberger-Aktie notiert aktuell bei 23,00 Euro. Damit hat das Papier seit Jahresbeginn rund 24 Prozent an Wert verloren. Der Kurs bewegt sich nah am 52-Wochen-Tief von 22,32 Euro.
Andere Branchenvertreter zeigen derweil erste Erholungstendenzen. So legte der Konkurrent Strabag am Freitag um 2,3 Prozent auf 89,50 Euro zu. Der österreichische Leitindex ATX kletterte zeitgleich auf ein Zwei-Wochen-Hoch.
Wienerberger steht vor einem harten Spagat. Der Konzern finanziert den Umbau zur Klimaneutralität mitten in einer Branchenkrise. Der charttechnische Abwärtstrend bleibt intakt, solange der Kurs die 50-Tage-Linie bei 24,06 Euro nicht nachhaltig durchbricht. Der Erfolg des britischen Werks wird maßgeblich bestimmen, wie stark der Konzern seine Energiekosten langfristig senken kann.
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