Es gibt Quartale, die man vergessen möchte. So eines war das erste Quartal 2026 von Whirlpool. Rund 16 Prozent verlor die Aktie des Haushaltsgeräteherstellers im nachbörslichen Handel am Mittwoch, nachdem das Unternehmen Zahlen vorgelegt hatte, die in fast jeder Zeile enttäuschten.
Absturz auf ganzer Linie
Der Umsatz fiel um knapp 10 Prozent auf 3,27 Milliarden Dollar, Analysten hatten mit rund 3,44 Milliarden gerechnet. Das Non-GAAP-EPS landete bei minus 0,56 Dollar. Im Vorjahresquartal standen noch 1,70 Dollar auf der Habenseite. Und der Free Cashflow? Minus 896 Millionen Dollar, gut 103 Millionen schlechter als ein Jahr zuvor.
Was die Zahlen so bitter macht, ist nicht nur das Ausmaß des Einbruchs, sondern die Geschwindigkeit. Whirlpool nennt als Hauptgrund den Krieg im Iran, der das Konsumentenvertrauen in den USA Ende Februar und im März kollabieren ließ. Das Unternehmen spricht von einem Branchenrückgang auf Rezessionsniveau. Ob man das als Erklärung oder als Entschuldigung wertet, bleibt jedem selbst überlassen.
Nordamerika: Fast kein EBIT mehr
Besonders heftig traf es das Kernsegment MDA Nordamerika. Der Umsatz sank um 7,5 Prozent auf 2,24 Milliarden Dollar. Das EBIT brach von 149 Millionen auf gerade noch 6 Millionen Dollar ein, ein Minus von 96 Prozent. Die EBIT-Marge: 0,3 Prozent. Das ist kein Geschäft mehr, das ist Betrieb auf Sparflamme.
CEO Marc Bitzer verkündete dazu die größte Preiserhöhung seit einem Jahrzehnt und beschleunigte Kostensenkungsprogramme. Außerdem sieht er Whirlpool durch die Section-232-Änderungen strukturell begünstigt, da man als einziger großer US-amerikanischer Haushaltsgerätehersteller von Importzöllen profitiere. Das mag stimmen. Nur hilft es dem Quartal, das bereits gelaufen ist, herzlich wenig.
Whirlpool Corporation Aktie Chart
Guidance weit unter Konsens
Noch unangenehmer als die Vergangenheit ist der Ausblick. Whirlpool erwartet für das Gesamtjahr 2026 einen Umsatz von rund 15 Milliarden Dollar. Der Konsens lag bei 15,27 Milliarden. Beim laufenden EPS peilt das Unternehmen 3,00 bis 3,50 Dollar an. Analysten hatten im Schnitt 4,73 Dollar erwartet. Das ist keine kleine Abweichung, das ist eine andere Welt.
CFO Roxanne Warner betonte die Rekapitalisierung der Bilanz und den geplanten Schuldenabbau von über 900 Millionen Dollar im laufenden Jahr. Die Dividende für Stammaktionäre wurde ausgesetzt, Priorität hat der Schuldenabbau. Immerhin ehrlich.
Lateinamerika und Kleingeräte retten nichts
Lichtblicke gibt es, sie fallen nur kaum ins Gewicht. Das Segment SDA Global, also Kleingeräte, wuchs um 13,4 Prozent beim Umsatz und steigerte die EBIT-Marge auf 21 Prozent. Das sechste Quartal in Folge mit Umsatzwachstum, ordentlich. Lateinamerika hielt sich mit einem Umsatzplus von 5 Prozent ebenfalls stabil. Doch beide Segmente zusammen sind schlicht zu klein, um das Loch in Nordamerika zu stopfen.
3,00 bis 3,50 Dollar EPS für 2026. Der Konsens hatte 4,73 erwartet. Manchmal sagt eine Zahl alles.
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