Longbow Research hat Whirlpool gestern von „Buy“ auf „Neutral“ herabgestuft. Damit wächst vor den anstehenden Quartalszahlen der Druck auf den Haushaltsgerätehersteller, seine Gewinnperspektiven zu untermauern. Die Aktie legt heute zwar um 7,8% zu. An den gesunkenen Erwartungen der Analysten ändert diese Gegenbewegung zunächst nichts.
Longbow sieht schwierigere Rahmenbedingungen
Longbow-Analyst David Macgregor senkte neben seiner Einstufung auch die Gewinnschätzungen. Er verwies auf Belastungen für das zweite Halbjahr 2026 sowie schwächere Verbraucheraussichten. Hinzu kommt aus seiner Sicht ein möglicherweise schwierigeres Wirtschaftsumfeld im kommenden Jahr.
Die Herabstufung steht nicht isoliert. Mehrere Analysehäuser haben zuletzt ihre Kursziele reduziert. Die neu gesetzten Ziele reichen von 22 Dollar bis 41 Dollar. Damit konzentriert sich die Skepsis nicht allein auf den unmittelbar bevorstehenden Bericht, sondern auch auf die weitere Geschäftsentwicklung.
Für Anleger ist die Unterscheidung wichtig: Eine neutrale Einstufung ist keine Verkaufsempfehlung. Longbow hat jedoch seine bisherige Kaufempfehlung aufgegeben und zugleich die erwarteten Gewinne nach unten angepasst.
Schwaches Vorquartal belastet die Ausgangslage
Im zweiten Quartal 2026 sank Whirlpools Umsatz um 6,8% auf 3,52 Milliarden Dollar. Das Unternehmen blieb damit unter den Umsatzerwartungen.
Auch beim Ergebnis verfehlte Whirlpool die Schätzungen. Der bereinigte Verlust betrug 0,21 Dollar je Aktie, während Analysten lediglich einen Verlust von 0,06 Dollar erwartet hatten.
Diese Abweichungen machen den nächsten Bericht besonders relevant. Er muss zeigen, ob sich das Geschäft gegenüber dem schwachen Vorquartal stabilisiert hat. Die von Longbow gesenkten Schätzungen unterstreichen, dass eine solche Verbesserung aus Analystensicht keineswegs gesichert ist.
Im August bestätigte Whirlpool für 2026 einen bereinigten Gewinn von 2,50 bis 3,00 Dollar je Aktie. Zugleich hielt das Unternehmen an seinem positiven Jahresziel für den freien Cashflow fest.
Gerade der Mittelzufluss verlangt eine deutliche Verbesserung im weiteren Jahresverlauf: Im ersten Halbjahr 2026 lag der freie Cashflow bei minus 1,11 Milliarden Dollar. Das Jahresziel beträgt mehr als 300 Millionen Dollar.
Quartalsbericht wird zum nächsten Prüfstein
Whirlpool hat gestern die Veröffentlichung der Ergebnisse für das dritte Quartal 2026 am 26. Oktober nach Börsenschluss bestätigt. Die Telefonkonferenz folgt am 27. Oktober.
Für den anstehenden Bericht erwarten Analysten einen Gewinn je Aktie von 0,932 Dollar und einen Umsatz von 3,96 Milliarden Dollar. Dabei handelt es sich um Schätzungen, nicht um bereits gemeldete Ergebnisse.
Entscheidend wird neben diesen Kennzahlen die Jahresprognose sein. Hält Whirlpool daran fest, muss der Bericht nachvollziehbar machen, wie das Unternehmen trotz des schwachen ersten Halbjahres seine Gewinn- und Cashflow-Ziele erreichen will. Genau daran dürfte sich die heutige Kurserholung messen lassen müssen.
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