Am 20. Juli 2026 zog die Aktie kräftig an, getrieben von neuer Zuversicht über eine mögliche Fusion mit dem japanischen Speicherhersteller Kioxia sowie anhaltend starker Nachfrage nach KI-Speicherlösungen. Der Kursanstieg reihte sich in eine breitere Erholung der Speicherchip-Branche ein, die zuvor massiv unter Druck geraten war.
Kräftiger Rebound nach heftigem Rücksetzer
Zum Wochenauftakt schloss die Aktie bei 426,85 Euro und legte damit 2,44 Prozent zu. Die Erholung kommt jedoch aus einem tiefen Tal: Auf 30-Tage-Sicht steht immer noch ein Minus von 33,44 Prozent zu Buche. Vom 52-Wochen-Hoch bei 696,30 Euro, erreicht am 18. Juni 2026, bleibt die Aktie 38,70 Prozent entfernt. Der jüngste Kursrutsch traf damit einen Titel, der im laufenden Jahr zuvor eine der stärksten Rallys unter den großen Halbleiter- und Speicherwerten hingelegt hatte.
Auslöser der Erholung war die Nachricht von Gesprächen über eine mögliche Fusion mit Kioxia. Parallel dazu bestätigte das Unternehmen laut Berichten eine Umsatzwachstumsprognose für das vierte Quartal von 36 bis 44 Prozent gegenüber dem Vorjahr – ein Signal, das die Anleger angesichts der grundsätzlich robusten Nachfrage nach Speicherkapazität für KI-Anwendungen positiv aufnahmen. Auch die Wettbewerber Micron und SanDisk zogen am selben Handelstag deutlich an, nachdem der breite Halbleitersektor zuvor rund zwei Monate lang unter starkem Verkaufsdruck gestanden hatte.
Kioxia-Spekulation trifft auf Erholung in Asien
Am 21. Juli 2026 setzte sich die positive Stimmung auch in Asien fort. Kioxia legte in Tokio deutlich zu, ebenso Samsung, SK Hynix und SoftBank – Medienberichten zufolge eine Erholung aus überverkauften Niveaus inmitten geopolitischer Spannungen und einer Phase des Risikoabbaus im KI-Handel. Die Aussicht auf eine engere Verzahnung zwischen Western Digital und Kioxia fällt damit in eine Marktphase, in der praktisch die gesamte Speicherbranche zwischen scharfen Korrekturen und ebenso schnellen Gegenbewegungen pendelt.
Analysten: Angebotsknappheit hält an
Die fundamentale Untermauerung für die Erholung liefern mehrere Stimmen aus der Analystenwelt. Morgan-Stanley-Analyst Joseph Moore bezeichnete den Rücksetzer bei Speicherchips als Kaufgelegenheit und erwartet, dass der KI-getriebene Angebotsengpass bis mindestens 2028 anhält. Für das dritte Quartal prognostiziert er einen Anstieg der Speicherchip-Preise von mindestens 25 Prozent gegenüber dem Vorquartal. Auch die Analysten von JPMorgan sehen die Halbleiterwerte als überverkauft an und rechnen nicht vor 2028 mit einer spürbaren Ausweitung der Fertigungskapazitäten.
SK-Group-Chairman Chey Tae-won äußerte sich Ende Juli ebenfalls zur Marktlage und bezeichnete die aktuellen Speicherpreise als ungewöhnlich hoch, die sich mittelfristig wieder normalisieren dürften. Gleichzeitig erwartet er, dass die Nachfrage nach KI-Chips im Jahr 2027 gegenüber 2026 um 60 bis 100 Prozent steigen könnte, warnte jedoch davor, das Angebot künstlich zu beschränken.
Volatilität bleibt hoch, Risiken nicht ausgeräumt
Trotz der Erholung ist die Nervosität am Markt nicht verschwunden. Der Relative-Stärke-Index von Western Digital notiert bei 40,5 und signalisiert damit noch keine überkaufte, sondern eher eine neutrale bis schwache Verfassung nach dem vorangegangenen Einbruch. Die annualisierte 30-Tage-Volatilität liegt bei gut 107 Prozent – ein Hinweis auf die anhaltend starken Kursausschläge im Speicherchip-Segment.
Laut Goldman Sachs haben Hedgefonds ihr Engagement in Technologiewerten binnen acht Wochen um 10 Prozent reduziert, den größten Rückgang seit Beginn entsprechender Aufzeichnungen – mit Schwerpunkt auf Hardware, Speicher und KI-Infrastruktur. Zugleich meldeten mehrere Marktbeobachter, dass Insider bei Technologiewerten in den vergangenen sechs Monaten deutlich stärker zugekauft haben als noch zu Jahresbeginn. Der breitere Philadelphia-Halbleiterindex befindet sich nach einem Rückgang von mehr als 20 Prozent gegenüber seinem Hoch weiterhin in einem technischen Bärenmarkt, was die Gemengelage aus kurzfristiger Erholung und struktureller Unsicherheit für Western Digital vorerst bestehen lässt.
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