Western Digital Aktie: 10-Prozent-Crash am Donnerstag

Western Digital verliert massiv an Wert. Analysten warnen vor sinkenden KI-Investitionen und Überkapazitäten bei Cloud-Anbietern.

Auf einen Blick:
  • Aktie bricht um fast zehn Prozent ein
  • Citigroup-Analyst warnt vor KI-Ausgabenrückgang
  • Meta plant Vermietung überschüssiger Rechenkapazitäten
  • Hohe Abhängigkeit von wenigen Cloud-Kunden

Western Digital war der Überflieger der Chipbranche. Jetzt kippt die Stimmung radikal. Ein massiver Ausverkauf erfasst den Speicherspezialisten. Der Kurs bricht dramatisch ein.

Der breite Abverkauf bei Halbleiterwerten beschleunigt sich stark. Allein am Donnerstag stürzte das Papier um fast zehn Prozent ab. Damit schnitt der Konzern deutlich schlechter ab als der ohnehin schwächelnde Tech-Sektor.

Seit dem Rekordhoch von gut 696 Euro Mitte Juni ging es massiv abwärts. Die Aktie hat rund 32 Prozent an Wert verloren. Der Schlusskurs lag gestern bei 472,15 Euro.

Warnsignale der Großkunden

Hinter dem Absturz stehen massive Bewertungssorgen. Ein Analyst der Citigroup äußerte deutliche Zweifel. Er warnt vor einem Rückgang der KI-Ausgaben großer Cloud-Anbieter. Die enormen Investitionen müssen Anlegern endlich handfeste Gewinne präsentieren.

Parallel dazu schüren Neuigkeiten von Meta die Panik. Der Konzern will offenbar überschüssige KI-Rechenkapazitäten vermieten. Meta plant dieses Jahr gewaltige Investitionen von bis zu 145 Milliarden Dollar. Wenn selbst dieser Gigant Kapazitäten übrig hat, wittern Marktbeobachter massive Überkapazitäten in der gesamten Industrie. Die Folge: Anleger ziehen reihenweise Kapital ab.

Preisdruck und Klumpenrisiko

Auch operativ ziehen dunkle Wolken auf. Experten bewerten die kurzfristige Preisentwicklung bei Festplatten mittlerweile deutlich skeptischer. Die bisherigen Erwartungen an knappe Speicherbestände waren offenbar zu hoch gegriffen.

Zusätzlich leidet Western Digital unter einer starken Abhängigkeit von wenigen großen Cloud-Kunden. Dieses Klumpenrisiko macht das operative Geschäft extrem anfällig für Schwankungen. Vor den anstehenden Zahlen zum vierten Geschäftsquartal positionieren sich Investoren daher äußerst defensiv.

Trotz des Kursrutsches bleibt das Langzeitbild extrem. Seit Jahresbeginn steht ein Plus von fast 195 Prozent auf der Kurstafel. Auf Sicht von zwölf Monaten beläuft sich der Zuwachs sogar auf atemberaubende 740 Prozent.

Aktuell testet der Kurs die 50-Tage-Linie bei knapp 465 Euro. Die Volatilität liegt bei über 100 Prozent. Bei der kommenden Präsentation der Quartalszahlen muss das Management dringend beweisen, dass die Nachfrage der Hyperscaler intakt bleibt. Fällt der Ausblick schwach aus, droht der nächste tiefe Fall.

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