Der Quartalsbericht war solide, die Aktie reagierte trotzdem schwach. Keefe, Bruyette & Woods senkt nun das Kursziel für Wells Fargo auf 90 Dollar, zuvor standen 94 Dollar im Raum. Das Rating bleibt bei „Market Perform“.
Stabile Marge, keine Erleichterung
Die Analysten verweisen auf eine bemerkenswerte Beobachtung: Die Nettozinsmarge blieb stabil, und die Bank bekräftigte ihre Prognose für den Zinsüberschuss 2026. Einen Befreiungseffekt am Markt brachte das nicht. Am Berichtstag blieb die Aktie rund zwei Prozentpunkte hinter dem Gesamtmarkt zurück. Aktuell notiert sie bei 80,74 Dollar und liegt seit Jahresbeginn etwa 12 Prozent im Minus.
Die Kurszielsenkung begründen die Experten mit leicht niedrigeren Marktmultiplikatoren. Ihre Schätzungen für 2026 kürzen sie wegen der Abweichungen im dritten Quartal, die Prognosen für 2027 und 2028 bleiben unverändert.
Gemischtes Quartal
Die Zahlen selbst fielen gemischt aus. Der Gewinn je Aktie lag bei 1,87 Dollar und damit über der Konsensschätzung von 1,84 Dollar, der Überschuss stieg um 13 Prozent. Der Umsatz verfehlte mit 21,87 Milliarden Dollar jedoch die erwarteten 22,31 Milliarden.
Positiv fiel das Wachstum im Kerngeschäft aus. Kredite und Einlagen legten im Jahresvergleich jeweils um 11 Prozent zu. Auch Vermögensverwaltung, Firmenkunden- und Privatkundengeschäft verbesserten sich. Die Eigenkapitalrendite auf das materielle Kernkapital stieg auf 16,3 Prozent. Das Management investiert zudem in künstliche Intelligenz, digitale Zahlungen und tokenisierte Einlagen.
Am Markt schlug sich das zunächst nicht nieder. Die Wall Street zeigte sich am Dienstag richtungslos, Händler warteten auf die US-Inflationsdaten am Mittwoch. Wells Fargo gab nach den Zahlen deutlich nach, ähnlich wie JPMorgan und Goldman Sachs.
Bewertungsabschlag als Argument
Bemerkenswert bleibt die Bewertung. Auf Basis der Schätzungen für 2027 handelt die Aktie mit dem Zehnfachen des Gewinns, Branchenvergleichswerte liegen beim Elffachen. Das entspricht einem Abschlag von rund 10 Prozent.
Aus Sicht von Keefe, Bruyette & Woods hängt die Aufholjagd an zwei Punkten: Die Bank muss Wachstum und Margenschutz ausbalancieren und weitere Fortschritte beim mittelfristigen Renditeziel von 17 bis 18 Prozent machen. Die Analysten rechnen mit 17,0 Prozent im Jahr 2027 und 17,5 Prozent im Jahr 2028.
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