Die Zahlen von Wells Fargo sind ein Widerspruch in sich. Einerseits kletterte der Gewinn im vierten Quartal auf 5,36 Mrd. Dollar, bereinigt sogar auf 1,76 Dollar je Aktie. Das liegt deutlich über den Erwartungen von 1,67 Dollar. Andererseits enttäuschte der Zinsertrag mit 12,33 Mrd. Dollar die Prognose von 12,46 Mrd. Dollar. Für Anleger wiegt offenbar Letzteres schwerer. Die Aktie verliert vorbörslich rund 1,7 %, nachdem sie 2025 bereits um satte 32,7 % zugelegt hatte.
Wells Fargo hat im vergangenen Jahr viel richtig gemacht. Die Aufhebung der 1,95 Billionen Dollar Vermögensobergrenze im Juni war ein Befreiungsschlag. Erstmals knackte die Bank die 2-Billionen-Marke bei den Gesamtaktiva. Sieben Verfügungen der Aufsichtsbehörden wurden geschlossen, nur eine aus 2018 bleibt bestehen. CEO Charlie Scharf treibt den Umbau konsequent voran. Die Mitarbeiterzahl sank auf 205.198, ein weiterer Rückgang nach kontinuierlichem Stellenabbau seit Ende 2020.
Kostensenkung und KI im Fokus
Scharf setzt weiter auf Effizienz. Künstliche Intelligenz soll die Produktivität steigern, während die Belegschaft schrumpft. Im vierten Quartal fielen allein 612 Mio. Dollar an Abfindungskosten an. Das Geld fließt in Infrastruktur und Wachstumsinitiativen. Die Strategie zeigt Wirkung, doch der Markt will mehr sehen, vor allem beim Zinsertrag.
Die Prognose für 2026 liegt bei etwa 50 Mrd. Dollar Zinsertrag. Analysten hatten mit 50,33 Mrd. Dollar gerechnet. Diese Lücke mag klein erscheinen, doch sie reicht aus, um die Stimmung zu drücken. Wells Fargo hat die regulatorischen Fesseln weitgehend abgestreift und wächst wieder. Jetzt muss die Bank beweisen, dass sie auch beim Kerngeschäft liefern kann. Die nächsten Quartale werden zeigen, ob die Effizienzstrategie aufgeht oder ob die Zinsmarge weiter unter Druck bleibt.
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