Das passiert nicht oft. Weizen-Futures an der Chicago Board of Trade stiegen am Dienstag bis ans Tageslimit, 7,1 Prozent rauf auf 6,79 Dollar je Bushel, und der Markt hatte dafür einen sehr konkreten Grund: Die USDA hat in ihrem monatlichen WASDE-Bericht die US-Weizenernte 2026 auf 1,56 Milliarden Bushel veranschlagt. Analysten hatten rund 1,73 Milliarden erwartet. Im Vorjahr waren es noch 1,99 Milliarden.
Größter Schnitt in der Geschichte
Brian Hoops, Präsident von Midwest Market Solutions, brachte es auf den Punkt: „Die USDA hat den Markt mit diesem massiven Rückgang bei der Winterweizenproduktion schockiert. Das war der größte Produktionsschnitt vom April- zum Mai-Bericht in der Geschichte.“ Die Winterweizenernte allein wurde auf 1,05 Milliarden Bushel gesenkt, rund 350 Millionen weniger als im Vorjahr und 100 Millionen unter dem, was Analysten erwartet hatten.
Noch düsterer macht das Bild der Zustand der Felder selbst. Nur 28 Prozent der Winterweizenernte gelten derzeit als gut oder ausgezeichnet, nach 31 Prozent in der Vorwoche. Zum Vergleich: Vor einem Jahr waren es 54 Prozent. Matt Zeller von StoneX schrieb dazu: „Das liegt nur einen Prozentpunkt vor den zwei schlechtesten Bewertungen der letzten 35 Jahre.“
Alles kam auf einmal
Charlie Sernatinger von Marex fasste die Lage nach dem WASDE-Release trocken zusammen: „Der Weizen hat die Quinella gewonnen, alles kommt zusammen.“ Gemeint ist: Sowohl die US-Produktion als auch die globale Ernte fielen schlechter aus als erwartet. Die weltweite Weizenproduktion für das Marketingjahr 2026/27 setzt die USDA auf 275 Millionen Tonnen, Analysten hatten 281,2 Millionen Tonnen auf dem Zettel.
Weizen handelt damit auf dem höchsten Stand seit fast zwei Jahren.
Mais und Soja? Andere Geschichte
Mais für Juli-Lieferung legte 0,7 Prozent auf 4,78 Dollar je Bushel zu, Sojabohnen stiegen 1 Prozent auf 12,25 Dollar. Beide Märkte reagierten verhalten, zumal die USDA die Produktionserwartungen für Mais und Soja weitgehend in Linie mit den Erwartungen ließ. Mais zeigt zwar erste Stresssignale durch kühle Temperaturen, die die Keimung verlangsamen, doch auf der Nachfrageseite bleibt die Stimmung stabil. Die USDA erwartet robuste Ethanol- und Exportnachfrage, und ein mögliches E15-Gesetz im Repräsentantenhaus könnte die Masnachfrage zusätzlich ankurbeln.
Für Weizen gilt das alles gerade nicht. Die Dürre in den westlichen Plains wird nicht besser, die Ernte ist auf dem Weg zum schwächsten Niveau seit 1972, und die USDA hat den Markt mit einem Schnitt überrascht, den es in dieser Dimension noch nie gab. 7,1 Prozent an einem Tag, Tageslimit. Manchmal sagt der Kurs alles.
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