Wasserstoff-Aktien: Uniper kauft in Indien ein, auch RWE setzt auf Wasserstoff aus Fernost und SFC Energy liefert der indischen Armee Brennstoffzellen...

Indien entwickelt sich zu einem der wichtigsten Player in der aufstrebenden Wasserstoffbranche, was hiesige Unternehmen wie Uniper längst erkannt haben.

Auf einen Blick:
  • Uniper sichert sich Wasserstoff-Importe aus Indien im großen Stil.
  • Die dafür notwendigen Anlagen scheinen sich bereits im Bau zu befinden.
  • Auch Rwe interessiert sich für Lieferungen aus dem Land.
  • SFC Energy ist hingegen längst selbst vor Ort.

Liebe Leserin, Lieber Leser,

auch mit viel Wohlwollen lässt sich beim Thema Wasserstoff in Europa nichts schönreden. Die Politik kommt nicht aus dem Quark, wichtige Förderungen lassen auf sich warten, Projekte kommen über die Planungsphase zu oft nicht hinaus und regulatorische Unsicherheiten lähmen die Unternehmen. Dabei wäre eigentlich sehr viel mehr Tempo gefragt. Schließlich wird Deutschland ohnehin nicht in der Lage sein, den künftigen Bedarf auf eigene Faust zu decken.

Da ist es wohl niemandem zu verdenken, wenn der Blick sich auf andere Länder richtet. Als ein heißer Kandidat für die Marktführung bei Wasserstoff gilt Indien. Dort hat die Regierung es sich zu Aufgabe gemacht, den Sektor nach Kräften zu fördern. Das soll auch die Preise stürzen lassen. Bis zum Jahr 2030 soll ein Kilogramm Wasserstoff aus Indien für rund 1,50 Euro bis 2 Euro den Besitzer wechseln. In einigen besonders optimistischen Szenarien ist sogar von nur 0,60 Euro je Kilogramm die Rede. Zum Vergleich: in Europa werden aktuell gut und gerne über zehn Euro an den Tankstellen gezahlt.

Uniper kauft in Indien ein

Die Chancen, welche die aufstrebende indische Wasserstoff-Industrie mit sich bringt, wollen sich hiesige Versorger nicht entgehen lassen. Am Wochenende unterzeichnete Uniper einen Liefervertrag, welcher ab 2028 den Import von bis zu 500.000 Tonnen Wasserstoff in Form von Ammoniak vorsieht. Die dafür benötigten Anlagen sollen sich bereits in der Entstehung befinden. Es handelt sich also um weit mehr als nur eine bloße Absichtserklärung.

Bereits im November schuf Uniper die Grundlage, um aus dem Ammoniak wieder Wasserstoff werden zu lassen. Ein Rahmenvertrag mit ThyssenKrupp Uhde sieht den Aufbau von sechs kommerziellen Cracker-Anlagen vor. Die erste Demonstrationsanlage soll noch im Laufe dieses Jahres in Betrieb gehen. All das hilft der Aktie zwar nicht akut weiter, da die Zeiträume noch immer recht ausgedehnt ausfallen. Dennoch ist es nicht uninteressant, wie selbstbewusst Uniper agiert und welche Chancen das Unternehmen in Indien findet.

Uniper Aktie Chart

Rwe und SFC Energy treibt es ebenfalls nach Indien

Damit steht Uniper auch längst nicht alleine da. Der Versorger RWE schloss bereits zuvor einen Vertrag über die Lieferung von bis zu 250.000 Tonnen grünem Ammoniak ab dem kommenden Jahr. Indien verfügt über die notwendigen Kapazitäten und die hiesigen Versorger wollen damit das gerade in Entstehung befindliche Wasserstoffkernnetz eines Tages füllen.

Das sind aber nicht die einzigen Chancen, die Indien deutschen Unternehmen aus der Branche zu bieten hat. Der Brennstoffzellenspezialist SFC Energy ist schon seit Jahren vor Ort aktiv und liefer der indischen Armee Brennstoffzellen für diverse Anwendungsgebiete. Auf diese Weise entwickelt sich Indien nicht nur zu einem Anbieter günstiger Ausgangsstoffe. Das Land könnte im Wasserstoff-Zeitalter auch zu einem guten Kunden werden.

Es geht voran beim Wasserstoff

Aus europäischer Sicht wirkt es nicht selten, als wäre Wasserstoff schon wieder im Niedergang. Schließlich wurden im letzten Jahr munter Wasserstoff-Tankstellen geschlossen und einige große Unternehmen wie ArcelorMittal haben Pläne zur eigenen Nutzung heftig zusammengestrichen. Doch die Welt ist groß und global lassen sich die Fortschritt längst nicht mehr aufhalten. Es bleibt ein Risiko, im großen Stil in die Technologie zu investieren und vielleicht wird der große Durchbruch noch länger als gehofft auf sich warten lassen. Doch wäre es ebenso ein Risiko, die Chancen im Wasserstoffsegment einfach liegen zu lassen.

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