Wasserstoff-Aktien: Uniper beschert ITM Power gute Neuigkeiten, derweil kämpft Nel ASA noch ein wenig mit schwachen Auftragseingängen!

Die Entwicklung im Wasserstoffsegment geht weiterhin rasant voran, was aktuell besonders die Aktie von ITM Power nach vorne bringt.

Auf einen Blick:
  • Uniper erhält die Baugenehmigung für eine Anlage in Großbritannien.
  • ITM Power ist als Zulieferer für Elektrolyseure bereits gesetzt.
  • Das treibt die Aktie in neue Höhen.
  • Anderswo lässt die Stimmung aber ein wenig nach.

Liebe Leserin, Lieber Leser,

im Wasserstoff-Bereich lassen sich weiterhin Schritte nach vorne erkennen. So konnte gestern Uniper gestern die Baugenehmigung für die Anlage Humber H2ub im Nordosten Englands vermelden. Geplant ist eine Kapazität von 120 Megawatt. Eine Erweiterung auf 200 Megawatt ist aber bereits geplant und die finale Investitionsentscheidung dafür wird noch vor Ende dieses Jahres erwartet.

An der Börse wird dies von den Anlegern von Uniper eher wenig beachtet. Dort stehen andere Themen mehr im Vordergrund. Als eine hervorragende Nachricht ist das Ganze aber für ITM Power zu verstehen. Das britische Unternehmen soll für den geplanten Standort Elektrolyseure liefern und durch die Baugenehmigung wird den Anteilseignern ein großes Stück Unsicherheit genommen. Darüber hinaus handelt es sich bei ITM Power über einen Pure Player, sodass Entwicklungen in anderen Bereichen keine Rolle spielen.

ITM Power im Freudentaumel

Die Nachricht löste bei der ITM Power-Aktie zwar kein großes Kursfeuerwerk aus. Das gab es aber schon zuvor zu sehen und das höhere Kursniveau wird nun weiter gefestigt. Am Dienstag konnte bei 2,02 Euro ein neues 52-Wochen-Hoch markiert werden und mit 1,95 Euro war man davon heute Morgen nicht weit entfernt. Richtig beeindruckend ist aber der Blick auf den längerfristigen Chart. Seit Jahresbeginn ging es für ITM Power um fast 170 Prozent in die Höhe und im direkten Jahresvergleich konnte der Kurs sich mehr als verfünffachen.

ITM Power Aktie Chart

Verantwortlich dafür sind steigende Prognosen und eine ganze Reihe von frischen Aufträgen. Zwar handelt es sich bei ITM Power nach heutigem Stand weiterhin um ein defizitär arbeitendes Unternehmen. Mehr denn je zeichnet sich aber nun endlich eine Zukunft ab, in der die Umsätze steigen und die Gewinne sprudeln könnte. Unterstützt wird dies zusätzlich von steigenden Ölpreisen, welche die Nachfrage nach Alternativen merklich ankurbeln. Nach der zweiten Energiekrise in Europa innerhalb weniger Jahre wollen sich viele nicht mehr allzu sehr auf fossile Energieträger verlassen.

Nel ASA: Verschnaufpause?

Um entsprechende Investitionen interessanter zu machen, stellte Nel ASA kürzlich eine neue Generation von Elektrolyseuren vor. Das Versprechen lautet, dass sich damit Investitionskosten um bis zu 60 Prozent senken lassen. Die Betriebskosten sollen um bis zu 20 Prozent fallen. Zumindest in der Theorie wird damit die Lücke zu anderen Kraftstoffen geringer, was an der Börse bereits bunte Fantasien auslöste. Eingeholt wird Nel aber offenbar von den etwas mauen Auftragseingängen.

Im ersten Quartal des laufenden Jahres wies Nel mal wieder Verluste aus und berichtete zudem über einen Einbruch von 73 Prozent bei den Neuaufträgen. Das dämpft die durch KI-Rechenzentren und andere Entwicklungen ausgelöste Euphorie anscheinend etwas. Die Aktie gab heute Morgen nach ihrem jüngsten Höhenflug wieder etwas nach und landete am Nachmittag um 1,8 Prozent tiefer bei 0,28 Euro. Das ist weit entfernt von ehemaligen Höchstständen, im Verhältnis aber dennoch beeindruckend. Im Monatsvergleich ging es um knapp 50 Prozent in die Höhe und sämtliche relevanten technischen Hürden konnten überwunden werden.

Gerne mehr davon

Die derzeitige Welle der Euphorie im Wasserstoffsegment fußt im Prinzip auf guten Neuigkeiten von einigen wenigen Unternehmen. Daraus wird der Schluss gezogen, dass es auch anderswo endlich große Fortschritte geben wird. Es wird sich nun zeigen müssen, ob die Vorschusslorbeeren auch berechtigt sind. Die Neuigkeiten von Uniper und ITM gehen schon mal in die richtige Richtung. Nel wird derweil noch unter Beweis stellen müssen, dass sich für die neue Technologie auch neue Kunden finden lassen.

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