Wasserstoff-Aktien: Toyota auf dem Holzweg, Hyundai fehlt es ebenfalls an Erfolgen bei Wasserstoff-Autos und das Geschäftsmodell von Cavendish Hydroge...

Der Erfolg von Wasserstoff-Autos scheint auch in Japan auszubleiben, was asiatische Hersteller und auch europäische Unternehmen in Erklärungsnot bringt.

Auf einen Blick:
  • Die Absatzzahlen von Wasserstoff-Autos in Japan brechen dramatisch ein.
  • Trotz neuer Modelle von Toyota und Hyundai fehlt es an Begeisterung.
  • Das wirft auch in Europa manche Frage auf.

Liebe Leserin, Lieber Leser,

vor einigen Jahren noch galt Wasserstoff als die große Alternative zu Verbrennern und Elektrofahrzeugen. Das Versprechen lautete, die Vorteile beider Technologien miteinander zu verbinden, ohne irgendwelche Nachteile zu erben. Wasserstoff-Autos sollten über große Reichweiten verfügen, sich innerhalb von Minuten auftanken lassen und nur klimaneutralen Wasserdampf produzieren.

Nachdem Elektroautos enorme technologische Fortschritte machten, stellt sich aber immer mehr die Frage, ob es für Wasserstoff-Autos zumindest im privaten Sektor noch eine Existenzberechtigung gibt. Einige Hersteller halten an ihren Plänen weiterhin fest, darunter der größte Autobauer der Welt in Form von Toyota. Doch Erfolge bleiben dort aus, und das offenbar auch auf dem Heimatmarkt.

Toyota fehlt es in Japan wohl an Nachfrage

Darauf deuten zumindest Daten von SNE Research hin. Laut jenen konnten in Japan im Jahr 2021 noch 2.464 Wasserstoff-Autos verkauft wergen. Für das Gesamtjahr 2025 wurden hingegen lediglich noch 430 Verkäufe festgestellt. Das entspricht einem Rückgang von 82,5 Prozent. Manch einer könnte auch von einem völligen Einbruch reden, und das ausgehen von einem ohnehin sehr überschaubaren Niveau. Das schmerzt durchaus im Falle des japanischen Marktes, der als Mutter der Wasserstoff-Mobilität gilt.

Angesichts solcher Zahlen dürfte Toyota es schwer haben, seinen neuen „Mirai“ (japanisch für „Zukunft“) an die Frau oder den Mann zu bringen. Die Gründe für die ausbleibende Begeisterung sind schnell gefunden. Neben den erwähnten Fortschritten bei der E-Mobilität fehlt es schlicht an Tankstellen. Das trifft insbesondere auf den ländlichen Raum zu, wo sich ein Wasserstoff-Auto tatsächlich lohnen könnte. Dort ist eine Wasserstoff-Tankstelle für die Betreiber allerdings ein Verlustgeschäft. Ob überhaupt irgendjemand freiwillig in Tokio Auto fährt, sei an dieser Stelle dahingestellt.

Hyundai ergeht es kaum besser

Für die Toyota-Aktie hat das Thema zwar nicht die allergrößte Bedeutung. Ein wenig schwindet aber schon die Hoffnung auf einen neuen Wachstumsbereich, während die Elektromobilität im Konzern nur zaghaft entdeckt wird. Größere Erfolge hätten mit Sicherheit auch an der Börse nicht geschadet.

Toyota Aktie Chart

Auch für ausländische Anbieter ist es ein wenig problematisch, dass es in Japan an Impulsen fehlt. Schließlich dürfte sich auch der südkoreanische Autobauer Hyundai Chancen darauf ausgerechnet haben, dort in Zukunft eher mehr denn weniger Wasserstoff-Autos absetzen zu können. Ein Schrumpfkurs, noch dazu in diesem Tempo, kann weitere Investitionen hingegen kaum rechtfertigen. Es stellt sich die Frage, ob manches Unternehmen nicht schlicht auf dem Holzweg ist. Hierzulande muss sich diese Frage auch BMW gefallen lassen.

Wer kauft bei Cavendish Hydrogen?

Setzt sich der aktuelle Trend fort und geht die Anzahl an Wasserstoff-Tankstellen zurück, so ist das natürlich auch keine gute Nachricht für Cavendish Hydrogen. Zwar beliefert das Unternehmen auch Anbieter von Bussen und Lkws, bei denen Wasserstoff eine weit größere Rolle spielt als im Individualverkehr. Flöten gehen Hoffnungen auf Durchbrüche im breiten Markt dennoch ein wenig. Wohl auch deshalb findet die Aktie seit einer kleinen Ewigkeit nicht mehr zurück auf die Füße. 0,62 Euro standen zu Handelsschluss am Donnerstag noch auf der Anzeigetafel. Dort angekommen sind im 6-Monats-Vergleich Kursrückgänge von zwölf Prozent zu verzeichnen. Der einzige Trost bleibt, dass das 52-Wochen-Tief bei 0,33 Euro noch auf Abstand bleibt.

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