Liebe Leserin, Lieber Leser,
Politik bleibt für Wasserstoff-Unternehmen eine leidige und oft frustrierende Angelegenheit. Die Unterstützung für den Sektor lässt oft zu wünschen übrig und Zusagen aus der Vergangenheit werden auch schon mal aufgekündigt, wenn das Geld gerade knapp ist oder ein solches Vorgehen politisch opportun scheint. Mit diese Ausgangslage wollen sich viele Unternehmen aber nicht länger einfach zufriedengeben.
Stattdessen haben sich in Europa rund ein Dutzend Unternehmen, darunter ThyssenKrupp, Rwe, Enagas, Moeve und Fortum zur sogenannten „European Resilience Alliance“ zusammengeschlossen. Darüber berichtete das „Handelsblatt“. Ziel des Ganzen ist es, endlich für mehr Planbarkeit und Sicherheit zu sorgen, damit das Thema Grüner Wasserstoff für Investoren interessanter wird. Auf diesem Wege soll dann auch die Resilienz Europas gegenüber durch externe Krisen ausgelöste Energieschocks gestärkt werden. Die Initiatoren haben auch schon konkrete Vorschläge.
Darauf kommt es jetzt an
Am wichtigsten ist es laut Moeve-Chef Maarten Wetselaar, für eine höhere Nachfrage zu sorgen und damit das Henne-Ei-Problem endlich überwinden zu können. Damit das gelingen kann, fordert die neue Initiative vor allem drei Punkte ein. Die Unternehmen im Segment bräuchten demnach mehr Planungssicherheit. Investitionen nach geltenden Regeln dürften durch spätere Verschärfungen nicht entwertet werden. Gefragt seien stabile Rahmenbedingungen, sowohl potenzielle Abnehmer als auch Investoren besser planen können.
Als zweites steht die Forderung nach einfacheren Regeln im Raum. Denn nach Ansicht des Bündnisses ist der hohe Verwaltungsaufwand einer der Hauptgründe dafür, dass die Preise für grünen Wasserstoff noch immer weit über jenen von grauem Wasserstoff und fossilen Energien liegen. Zuletzt wird eine strategische Energie- und Industriepolitik mit einer engeren Verzahnung untereinander gefordert. Damit soll für Versorgungssicherheit, Wettbewerbsfähigkeit und Dekarbonisierung gesorgt werden.
ThyssenKrupp und RWE erwarten keine Wunder
Nicht verknüpft ist all das mit wolkigen Aussichten auf technologische Durchbrüche oder dergleichen. Solche sind nach Ansicht der Allianz gar nicht notwendig, um beim Hochlauf von Wasserstoff endlich für Tempo zu sorgen. Auch wird nicht plump nach finanziellen Geschenken geschrien. Im Vordergrund stehen tatsächlich nur die Rahmenbedingungen, mit denen sich Wasserstoff-Unternehmen zurechtfinden müssen. Verstanden wird der Vorstoß als Plattform, mit der konkrete Vorschläge in die politische Debatte eingebracht werden sollen.
Wie erfolgreich das Ganze sein mag, wird sich wahrscheinlich erst in einiger Zeit zeigen können. Ein gewisses Gewicht hat es aber schon, wenn große europäische Konzerne sich für Wasserstoff starkmachen. Das sendet durchaus auch an die Börse Signale. Akut hilft es den Aktienkursen jedoch nicht weiter. Die Thyssenkrupp-Aktie legte heute Morgen um kaum nennenswerte 0,2 Prozent zu und RWE profitiert mehr von höheren Energiepreisen als Träumereien um eine rosige Wasserstoff-Zukunft.
Thyssenkrupp Aktie Chart
ITM Power gibt die Richtung vor
Wie schnell es nach oben gehen kann, wenn die Politik sich etwas mehr bemüht, das zeigt weiterhin die Aktie von ITM Power. Die konnte heute Morgen zwar nicht noch weiter zulegen. Der Einstieg des britischen Staates sowie neuerlicher Förderungen sorgten aber für ein Plus von über 50 Prozent im Wochenvergleich. 1,10 Euro standen zum Zeitpunkt des Entstehens dieses Artikels auf dem Ticker. Geboten wird den Anlegern hier endlich eine neue Perspektive. Gelingt es der Politik, dies branchenweit auf die Beine zu stellen, so könnte das goldene Wasserstoff-Zeitalter vielleicht doch noch auf uns warten.
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