Wasserstoff-Aktien: ThyssenKrupp Nucera findet keinen Halt, Bloom Energy wieder auf dem Rückzug und Nel ASA erkundet wieder den Kurskeller!

Experten sehen nach wie vor einen rasant steigenden Bedarf für Wasserstoff, wofür die Aktionäre von ThyssenKrupp Nucera und Co. momentan aber kein Ohr haben.

Auf einen Blick:
  • Der Nationale Wasserstoffrat überarbeitet die Bedarfsprognose.
  • Es scheint weiterhin viel zu tun zu geben für ThyssenKrupp Nucera und andere.
  • Die Märkte werden aktuell jedoch mehr von KI-Sorgen getrieben.

Liebe Leserin, Lieber Leser,

so manche Zukunftshoffnung in Sachen Wasserstoff wurde in der jüngeren Vergangenheit infrage gestellt. Sei es aufgrund des Rückzugs einzelner Unternehmen von wichtigen Projekten oder ausbleibenden Auftragseingängen bei Wasserstoff-Konzernen. Immer wieder wird darüber gemunkelt, ob die Erwartungen an den alternativen Kraftstoff nicht doch vielleicht etwas zu hoch gesteckt waren. Nun beschäftigte sich der Nationale Wasserstoffrat (NWR) erneu mit dem Thema.

Erfreulich für den Wasserstoffsektor ist dabei zunächst, dass weiterhin mit einer rasant steigenden Nachfrage gerechnet wird. Bis zum Ende der 2040er Jahre rechnen die Experten mit einem Gedamtbedarf von 275 bis 555 TWh Wasserstoff und Wasserstoffderivaten in Deutschland. Zum größten Teil dürfte dies von der Stahl- und Chemieindustrie benötigt werden, die sich ohne Wasserstoff schlicht gar nicht dekarbonisieren kann. Allerdings wird beim NWR auch mit einer Verzögerung des Hochlaufs gerechnet, der sich wohl erst in der ersten Hälfte der 2030er Jahre abspielen könnte.

ThyssenKrupp Nucera ohne neue Impulse

Mitnehmen lässt sich mit einem etwas optimistischen Blick, dass die Bedeutung von Wasserstoff letztlich zunimmt und es damit in Zukunft für Unternehmen wie ThyssenKrupp Nucera viel zu tun geben wird. Zwar wird Deutschland die größten Teile seines Bedarfs über Importe decken (müssen). Doch zum einen gibt es dennoch auch hierzulande Wachstumspotenzial und zum anderen sitzen die Kunden von Nucera natürlich längst nicht nur in Deutschland. Jedes Wachstum im Wasserstoffsegment ist erst einmal eine gute Nachricht.

Die Anleger haben dafür heute allerdings weder Augen noch Ohren. Die Märkte zeigen sich nach schwachen Vorgaben aus den USA und Asien ausgesprochen schwach und Risiken sind unbeliebt. Die ThyssenKrupp Nucera-Aktie musste im frühen Handel Verluste von 1,5 Prozent hinnehmen, was für ein neues 52-Wochen-Tief bei 7,21 Euro sorgte. Schuld am angeschlagenen Sentiment sind wieder aufflammende KI-Sorgen.

ThyssenKrupp Nucera AG & Co. KGaA Aktie Chart

Bloom Energy im Rückwärtsgang

Gute Zahlen von Micron sorgten kürzlich noch für eine kleine Euphoriewelle. Preiserhöhungen von Apple schüren nun jedoch Zweifel daran, ob die Speicherkrise wirklich nur positive Auswirkungen für die Börsenmärkte mit sich bringen mag. Befürchtet wird ein Einbrechen des Verbrauchermarktes mit kaum einzuschätzenden Folgen. Für Bloom Energy ist das eher nebensächlich. Die Bullen treten dennoch den Rückzug an.

Für den Aktienkurs ging es gestern bereits um 5,2 Prozent auf 309,18 US-Dollar abwärts und heute wurde im vorbörslichen Handel die Marke von 300 Dollar nach unten gerissen. Die Anleger kommen nicht umhin, sich die Frage nach der Sinnhaftigkeit des aktuellen Tempos beim KI-Ausbau zu stellen. Kommen daran nur leise Zweifel auf und spielt manch einer schon Stornierungen bei Bloom Energy gedanklich durch, so lassen Gewinnmitnahmen nicht lange auf sich warten.

Nel ASA: Zurück auf Anfang?

Nur noch ausgesprochen wenig wird aktuell spekuliert, wenn es um Nel ASA geht. Ohne erfreuliche Nachrichten setzt der Abwärtstrend sich immer schneller fort und heute Morgen erreichte der Titel nun wieder die Marke von 0,20 Euro. Monatelang bissen die Bullen sich hier die Zähne aus, ehe der einstige Widerstand endlich überwunden werden konnte. Nun scheint es zurück in den gewohnten Trott zu gehen. Denn die Auftragseingänge konnten mit Träumereien um neue Elektrolyseure bisher leider nicht mithalten. In Zeiten, in denen selbst KI-Fantasien skeptischer betrachtet werden, wollen sich augenscheinlich nur wenige auf eher abstrakte Wachstumsszenarien einlassen.

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