Wasserstoff-Aktien: ThyssenKrupp ist grüner Wasserstoff zu teuer, Plug Power auf Bodensuche und Nel ASA gerät im Zuge steigender Ölpreise unter Druck!...

Steigende Ölpreise versprechen zwar Chancen für Wasserstoff-Aktien, doch bringen sie auch einige Tücken mit sich und machen gerade ThyssenKrupp das Leben nicht automatisch einfacher.

Auf einen Blick:
  • Thyssenkrupp stoppt eine Ausschreibung für grünen Wasserstoff.
  • Der klimaneutrale Kraftstoff erweist sich weiterhin als zu teuer.
  • Steigende Ölpreise könnten da sogar als gute Nachricht verstanden werden.
  • Allerdings hat die Sache mehrere Haken.

Liebe Leserin, Lieber Leser,

Grüner Wasserstoff hat noch immer ein massives Preisproblem. Der Kraftstoff ist derart teuer, dass viele Unternehmen damit nicht wirtschaftlich arbeiten können. Das zeigte sich kürzlich bei ThyssenKrupp, wo eine Ausschreibung für die Beschaffung von grünem Wasserstoff schlicht gestoppt wurde. Es fand sich kein Anbieter, welcher zu einem wirtschaftlich noch vertretbarem Preis hätte liefern können. Bei anderen Unternehmen sieht es oft nicht anders aus und der Griff zu fossilen Brennstoffen erscheint sinnvoller, wenn auch nicht unbedingt nachhaltiger.

Vor diesem Hintergrund sollte es für Wasserstoff-Aktien eigentlich eine gute Nachricht sein, wenn Ölpreise sprunghaft ansteigen. Denn dadurch bedingt sinkt die Preisdifferenz zum Wasserstoff im ersten Moment. Experten schätzen, dass eine Parität unter Berücksichtigung des höheren Wirkungsgrades von Wasserstoff bei einem Preis zwischen 120 und 150 US-Dollar je Barrel Rohöl erreicht sein könnte. Davon waren wir heute Morgen nicht allzu weit entfernt und am Mittag stand der Ölpreis noch immer bei rund 100 Dollar je Barrel.

Thyssenkrupp Aktie Chart

Warum Wasserstoff-Aktien dennoch abgestraft werden

Spontane Euphorie im Wasserstoffsektor machte sich allerdings nicht breit, und das aus gutem Grund. Denn ganz so einfach ist die Rechnung nicht. Rasant steigende Ölpreise kommen mit dem einen oder anderen Haken daher. Dazu gehört, dass dadurch die Energiepreise insgesamt in die Höhe gezogen werden. Für die Hersteller von grünem Wasserstoff werden also auch Energie aus Wind und Sonne teurer, was sich letztlich beim Wasserstoff ebenfalls niederschlägt.

Wahrscheinlich noch schwerer wiegt, dass durch die sprunghaften Anstiege beim Ölpreis konjunkturelle Sorgen in den Vordergrund treten. Ökonomen warnen vor einer wieder steigenden Inflation, was die Zentralbanken zum Handeln zwingen würde. Das könnte die Zinsen wieder steigen lassen, was insbesondere für Unternehmen wie Plug Power eine denkbar schlechte Entwicklung wäre.

Neue Sorgen um Plug Power

Plug Power überraschte kürzlich erst mit überraschend guten Zahlen und einem Ausblick auf eine Zukunft, in der noch vor dem Ende des Jahrzehnts schwarze Zahlen geschrieben werden können. Noch ist das Unternehmen aber schwer abhängig von Krediten. Steigen die Zinsen, trifft dies auch auf die Kapitalkosten zu, was die bisherige Rechnung von Plug Power unter ein großes Fragezeichen stellen würde.

In weiser Voraussicht gehen die Bullen da lieber in Deckung. Dabei bekommen wir nach einem starken Lauf auch Gewinnmitnahmen zu sehen, mit denen wohl früher oder später zu rechnen war. Die brachiale Unsicherheit lädt dazu regelrecht ein. Das Ergebnis ist ein Kurs, der am Freitag um weitere sieben Prozent in die Tiefe rauschte und noch bei 2,13 US-Dollar landete. Am Montag zeichnen sich im vorbörslichen Handel weitere Verluste ab.

Nel ASA sieht kaum Land

Die erwähnten Faktoren dürften auch dafür sorgen, dass sich die Freude bei den Anlegern von Nel ASA eher in Grenzen hält. Bisher nur zarte Anzeichen einer Erholung könnten schnell wieder kassiert werden, sollte der Konflikt im Nahen Osten sich noch länger hinziehen. An eine echte Erholung trauen die Anleger sich da schlicht nicht heran. Die Nel ASA-Aktie hielt sich zuletzt zwar tapfer oberhalb des Allzeit-Tiefs, hinterließ am Montagmorgen nach Verlusten von 4,3 Prozent aber weiterhin nicht die beste Figur. Es blieb bei einem Kurs in Höhe von 0,18 Euro und der langfristige Abwärtstrend kann einfach nicht abgeschüttelt werden.

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