Wasserstoff-Aktien: Shell feiert Richtfest in Köln, Plug Power schwankt zu neuem Boden und ITM Power scheitert am Marktsentiment!

Shell treibt seine Wasserstoffpläne in Deutschland voran und will ab dem kommenden Jahr einen 100-MW-Elektrolyseur in Betrieb nehmen. Die Börsen beschäftigen sich jedoch mit anderen Themen.

Auf einen Blick:
  • Shell feiert m Shell Energy and Chemicals Park Rheinland das Richtfest für einen neuen Wasserstoff-Elektrolyseur.
  • Jener soll ab dem kommenden Jahr jährlich bis zu 16.000 Tonnen grünen Wasserstoff produzieren.
  • Die Aktienkurse werden jedoch weiterhin vor allem vom Irankrieg bestimmt.

Liebe Leserin, Lieber Leser,

Shell und anderen Mineralölkonzernen wird derzeit oft vorgeworfen, ihre Bestrebungen für mehr Klimaneutralität zugunsten schneller Gewinne aufgegeben zu haben. Tatsächlich wurden einige Projekte begraben und das Geschäft mit Gas und Öl steht wieder mehr im Vordergrund. Vollständig verabschiedet hat sich Shell aber noch nicht von Vorhaben, mit denen klimaneutrale Technologien gefördert werden sollen. Das stellte der Konzern kürzlich im Kölner Süden unter Beweis.

Dort feierte Shell kürzlich das Richtfest für einen 100-Megawatt-Elektrolyseur, der nach Fertigstellung im Jahr 2027 jährlich bis zu 16.000 Tonnen grünen Wasserstoff produzieren soll. Die genaue Menge hängt zwar letztlich davon ab, wie viel regenerativer Strom zur Verfügung steht. Dennoch lässt sich ein Fortschritt erkennen. Allein das dürfte in den Augen vieler Anleger bereits als eine gute Neuigkeit gelten.

Shell im Aufwärtstrend

Mit der positiven Kursentwicklung der Shell-Aktie im laufenden Jahr hat das Ganze jedoch nur wenig zu tun. Auf Seiten der Anleger stehen die Ölpreise klar im Vordergrund. Nachdem jene merklich anzogen, folgte der Kurs von Shell dem Trend. 36,16 Euro standen heute Morgen auf dem Ticker und damit 13,8 Prozent mehr als noch zu Jahresbeginn. Allerdings kommt in der laufenden Woche auch nicht recht Euphorie auf. Denn die Kosten steigen durch den Konflikt im Nahen Osten auch für Shell. Ob höhere Ölpreise dies umfänglich ausgleichen mögen, darüber lässt sich momentan nur spekulieren. Nicht jeder Anleger scheint in Shell aber einen klaren Gewinner der jüngsten Entwicklungen zu erkennen.

Shell Aktie Chart

Plug Power schlägt sich wacker

Die Entwicklungen in Nahost erfassen die gesamten Märkte und machen auch vor Plug Power nicht Halt. Dort überwog zu Wochenbeginn noch die Freude über Zahlen, mit denen die Erwartungen der Analysten deutlich geschlagen werden konnte. Doch nach sprunghaften Anstiegen kam es schließlich, wie es kommen musst. Am Donnerstag sammelten die Anleger erste Gewinne ein und die Aktie gab sich wieder sehr viel mehr dem aktuellen Marktsentiment hin. Das beförderte den Kurs um 7,7 Prozent auf 2,29 US-Dollar zurück.

Das sieht zunächst nach einem heftigen Rücksetzer aus, bewegt sich aber in einem für die aktuelle Situation überschaubaren Rahmen. Tatsächlich bleibt es bei einem Plus von knapp 20 Prozent im 5-Tages-Vergleich. Damit schlägt die Plug Power-Aktie sich wacker und neue Zukunftshoffnungen bleiben eingepreist. Damit es dabei bleibt, wäre etwas Beruhigung und weniger Unsicherheit aber klar wünschenswert.

ITM Power ohne Ausbruch

Denn grundsätzlich ist eine erhöhte Unsicherheit keine erfreuliche Entwicklung für Wasserstoff-Aktien. Die Anleger treibt es in solchen Phasen eher weg von spekulativen Investments und hin zu Gold sowie Aktien, bei denen eine stabilere Entwicklung vermutet werden darf. Die Stimmung drehte zuletzt nur leicht in den Erholungsmodus. Die Sorgen sind jedoch nicht verschwunden und Wasserstoff-Aktien verabschieden sich aus manchem Portfolio.

Beobachten lässt sich dies bei ITM Power, wo ein Ausbruch in höhere Kursregionen erneut nicht gelingen wollte. Nach einem kurzen Ausflug auf 0,77 Euro am Donnerstag, geht das Papier wieder mit roten Vorzeichen in den Handel am Freitag. Zum Zeitpunkt des Entstehens dieses Artikels standen noch 0,72 Euro auf dem Ticker. Auch hier bleiben positive Aussichten nach einer Prognoseerhöhung im Kurs bemerkbar. Es reicht aber noch nicht, um die Bullen zu herzhaften Angriffen auf harte Widerstände zu überreden.

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