Wasserstoff-Aktien: Plug Power zittert vor dem drohenden Handelsstreit und auch ITM Power erlebt sorgenvolle Anleger!

Die erste Herstellung von Wasserstoff ohne Platin lässt auf sinkende Kosten hoffen, doch neue Zolldrohungen setzen Plug Power und anderen Wasserstoff-Aktien zu.

Auf einen Blick:
  • Forscher berichten über die erste Herstellung von grünem Wasserstoff ohne Platin.
  • Im größeren Maßstab könnten damit Kosten deutlich gesenkt werden.
  • Freude an der Börse macht sich darüber nicht breit.
  • Stattdessen werden bei Plug Power und ITM Power Zölle sowie mögliche Gegenzölle gefürchtet.

Liebe Leserin, Lieber Leser,

es gibt viele Gründe dafür, dass Wasserstoff noch immer eine teure Angelegenheit ist und deshalb aus rein ökonomischen Überlegungen heraus oft keine sinnvolle Alternative zu fossilen Kraftstoffen darstellt. Die Problematik beginnt bereits bei der Elektrolyse. Denn dafür werden zum Teil extrem teure Materialien benötigt. Insbesondere Platin spielt eine Rolle. Das Edelmetall ist seit jeher teuer, legte in den letzten zwölf Monaten aber noch einmal um 150 Prozent (!) zu.

Damit ist genau jetzt wohl der beste Zeitpunkt, um Alternativen aufzuzeigen. Gelungen ist dies Forschern des IMDEA Materials Institute. Wie in einer Veröffentlichung von „ACS Catalys“ zu lesen ist, konnte erstmals grüner Wasserstoff ohne Platin hergestellt werden. Zu diesem Zweck griffen die Forscherinnen und Forscher auf Materialkombinationen aus Silber und Iridium, Nickel und Eisen sowie Nickel und Zinn zurück. Die Legierungen wurden gestreckt oder gestaucht, um die Aktivität der Materialien zu steigern und damit zumindest annähernd eine ähnliche Effizienz wie bei Platin zu erreichen.

Zollsorgen belasten Plug Power

Das ist ein bedeutender Fortschritt, doch wird es selbst im besten Fall noch eine ganze Weile dauern, bis das Verfahren im großen Maßstab zum Einsatz kommen kann. Sehr viel früher könnten Zölle die Kosten weiter in die Höhe treiben. Solche drohte bekanntlich US-Präsident Donald Trump gleich acht europäischen Ländern an. Bereist ab dem 1. Februar sollen pauschal zehn Prozent auf sämtliche Einfuhren aus den betreffenden Ländern aufgeschlagen werden. Damit will Trump all jene strafen, die seine Besitzansprüche gegenüber Grönland nicht frenetisch feiern.

Für Plug Power scheint das noch kein großes Problem zu sein. Die Aktie reagierte an den hiesigen Märkten aber am Montag mit Verlusten von über drei Prozent und der Kurs fiel wieder knapp unter die 2-Euro-Marke. Das dürfte vor allem damit zu tun haben, dass die EU momentan an einer klaren Antwort für die USA arbeiten. Gefürchtet wird nun, dass es zu Gegenzöllen und einer Eskalationsspirale kommen könnte. Früher oder später könnte das auch Plug Power treffen.

Plug Power Aktie Chart

Dämpfer für ITM Power

Eher früher könnte ITM Power unter Druck geraten, bemüht sich das britische Unternehmen doch schon seit Längerem um Aufträge aus den USA. Da Großbritannien ebenfalls ins Visier von Trump geraten ist, könnten die Margen bei bereits bestehenden Verträgen unter Druck geraten. Noch gibt es zwar Hoffnung, dass die Angelegenheit sich irgendwie diplomatisch lösen lässt und Trump seinem altbekannten TACO-Muster („Trump Always Chickens Out“) folgen mag. Verlassen wollen die Börsianer sich darauf aber nicht. Die ITM Power-Aktie wertete am Montag um 2,6 Prozent bis auf 0,74 Euro am Nachmittag ab.

Der Trump-Faktor

Panikausbrüche helfen an der Börse nicht weiter und sie werden auch Wasserstoff nicht zu irgendwelchen Durchbrüchen verhelfen. Dass die angedrohten Zölle oder hypothetische Gegenzölle einen spürbaren Einfluss auf die Branche nehmen würden, ist für den Moment nur eine dunkle Vorahnung. Die Zurückhaltung ist den Anlegern aber nicht zu verdenken. Donald Trump stellt einmal mehr seine Unberechenbarkeit und seine Ignoranz gegenüber der regelbasierten Weltordnung unter Beweis. Noch dazu hält er nicht viel von erneuerbaren Energien und schert sich dementsprechend auch nicht weiter um grünen Wasserstoff. Ungeachtet möglicher kurzfristiger Konsequenzen nehmen Anleger daher vom heutigen Tage mit, dass Trump im Weißen Haus für Wasserstoff-Aktien eher keine angenehme Angelegenheit ist.

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