Liebe Leserin, Lieber Leser,
Am 1. Mai tritt das Freihandelsabkommen zwischen der EU und den Mercosur-Staaten vorläufig in Kraft, woraus eine der größten Freihandelszonen auf dem Planeten entsteht. Diese Gelegenheit nutzt man auf der Hannover Messe, um sich gegenseitig näherzukommen und neue Projekte anzukündigen. Eines der größten davon stammt aus dem Bereich Wasserstoff. Hier will Brasilien seine Bemühungen offenbar deutlich ausbauen, was deutschen Unternehmen zugutekommen dürfte. Ferner wird damit auch in Aussicht gestellt, einen wichtigen Partner für dringend benötigte Import zu finden.
In Aussicht gestellt wurde durch Brazil Green Energy (BGE) und Green Investors das Vorhaben Morro Pintado im brasilianischen Bundesstatt Rio Grande do Norte. Ins Detail ging man dabei zwar bisher noch nicht. Doch die Eckdaten klingen schon beeindruckend genug. Mit einer Investitionssumme von zwei Milliarden Euro soll ein Wasserstoff-Komplex auf die Beine gestellt werden, dessen Leistung die Marke von einem Gigawatt überschreitet. Daran dürften wohl auch deutsche Unternehmen beteiligt werden.
ThyssenKrupp steht bereit
Die Pressemitteilung zu dem neuen Projekt nennt deutsche Unternehmen als „Industriepartner“, geht allerdings nicht weiter darauf ein, welche Rolle jene einnehmen könnten. Bei „ingenieur.de“ hat man aber bereits eine erste Vorstellung. Dort wird es als wahrscheinlich erachtet, dass ThyssenKrupp Uhde für Prozesstechnik und Derivateproduktion verantwortlich sein dürfte. Das Unternehmen zähle zu den führenden Lizenzgebern für die Synthese von Ammoniak, Methanol und Harnstoffen und damit für eben jene Produkte, die in Morro Pintado entstehen sollen.
Thyssenkrupp Aktie Chart
Bei einem Projekt dieser Größenordnung könnte das Ganze sichtliche Auswirkungen bei den Bilanzen haben. Vor allem könnte es dabei helfen, Tätigkeiten rund um Wasserstoff ein wenig mehr aus der Nische zu heben. Für ThyssenKrupp ist das Ganze derweil nichts Neues. Das Unternehmen ist schon seit Längerem in Brasilien aktiv. Die Dimensionen in Sachen Wasserstoff scheinen aber endlich größer zu werden.
Siemens als Technologiepartner?
Im Falle von Siemens wird vermutet, dass Netzanbindung, Steuerungstechnik und Automatisierung in de Verantwortung des deutschen Industriekonzerns fallen könnten. Auch hier lässt sich nur mutmaßen, in welchem Umfang dies geschehen mag und welche Umsätze sich daraus ergeben mögen. Schaden wird es aber mit Sicherheit nicht.
Das neue Projekt in Brasilien ist noch kein „Gamechanger“ für die Wasserstoff-Branche. Wahrscheinlich wird es einen solchen als einzelnes Leuchtturmprojekt aber auch nie geben. Viel mehr hängt der Durchbruch der Technologie davon ab, dass immer mehr Projekte auf den Weg gebracht werden, damit eine kritische Masse erreicht wird und das Henne-Ei-Problem endlich überwunden werden kann. Von dieser Warte aus betrachtet sind die Neuigkeiten aus Brasilien zweifellos als etwas Gutes anzusehen.
Plug Power muss sich stellen
Weniger angenehme Neuigkeiten gab es gestern für Plug Power, nachdem ein Bundesrichter im US-Bundesstaat Delaware eine Klage gegen das Unternehmen zuließ. Hintergrund ist der Vorwurf, dass das Unternehmen im Jahr 2022 überzogene Ziele für Umsätze und Wasserstoffproduktion nannte und die Anteilseigner über Risiken im Unklaren ließ. Der Ausgang der Angelegenheit blieb offen, doch nach ansehnlichen Gewinnen wurden am Dienstag erst einmal Gewinne mitgenommen. Die Freude über neue Auftragseingänge und die allgemein deutlich bessere Stimmung im Segment scheint jedoch weiterhin zu überwiegen. Der Kurs hielt sich letztlich recht bequem oberhalb von 3 US-Dollar und damit auf einem sehr ansehnlichen Niveau.
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