Liebe Leserin, Lieber Leser,
stolze zehn Gigawatt an Elektrolysekapazitäten will Deutschland bis zum Jahr 2030 auf die Beine gestellt haben, was für den prognostizierten Bedarf nicht einmal annähernd ausreichen wird. Realisiert wurden davon bisher ganze 181 Megawatt, also 0,181 Gigawatt. Da stellt sich schon ein wenig die Frage, wie die enorme Lücke in nur vier kurzen Jahren geschlossen werden soll. Vor allem bei Daten, die zuletzt eher einen Rückgang bei geplanten Projekten aufzeigen.
Erkennen lässt sich dies anhand von Zahlen des Energiewirtschaftlichen Instituts an der Uni Köln, über die das „Handelsblatt“ kürzlich berichtete. Von August 2024 bis Dezember 2025 ist die Leistung geplanter Projekte demnach um drei Gigawatt zurückgegangen. Das kommt nicht allzu überraschend, da oft bürokratisches Kleinklein einer Umsetzung im Wege steht und finale Investitionsentscheidungen gerne mal eine gefühlte Ewigkeit auf sich warten lassen. Da stimmt es auch nicht fröhlicher, dass für 2026 der Abschluss von Projekten erwartet wird, die bisher noch nicht einmal im Bau sind.
Nel ASA stürzt weiter ab
Damit Deutschland seine Wasserstoffziele für das laufende Jahrzehnt noch erreichen kann, bräuchte es wohl ein kleines Wunder. Ein solches könnte auch Unternehmen wie Nel ASA wieder auf die Sprünge helfen. Die Hoffnungen darauf sind jedoch ausgesprochen abstrakter Natur und hoffen will darauf aktuell niemand recht. Umso greifbarer sind die Ängste vor einem neuerlichen Handelsstreit zwischen Europa und den USA, welchen US-Präsident Donald Trump am Wochenende vom Zaun gebrochen hat.
Für Wasserstoff-Aktien ist das in gleich mehrfacher Hinsicht eine schlechte Nachricht. Zum einen drohen höhere Preise in einem wichtigen Markt, wo Wasserstoff und Elektrolyseure ohnehin schon wenig konkurrenzfähig sind. Zum anderen zieht es die Anleger weg von spekulativen Investments, zu denen Wasserstoff-Aktien zweifelsohne noch gezählt werden müssen. Die Nel ASA-Aktie reagierte auf die jüngsten Entwicklungen in dieser Woche mit weiteren Verlusten. Am Dienstag standen nur noch aufgerundet 0,19 Euro auf der Anzeigetafel.
Nel ASA Aktie Chart
SFC Energy und Ballard Power unter Druck
Für SFC Energy kommen die Zolldrohungen zu einem denkbar schlechten Zeitpunkt, setzt der Brennstoffzellenexperte für das weitere Wachstum doch stark auf die USA. Dafür entsteht zwar auch eine lokale Fertigung. Dennoch sind Zölle ein potenzieller Bremsklotz und die Aktie segelte in dieser Woche wieder unter die 13-Euro-Marke.
Bei Ballard Power blieb die vielbeachtete US-Noterung feiertagsbedingt am Montag noch verschont. An der Heimatbörse in Toronto ging es aber ebenfalls abwärts, und das um gleich 2,8 Prozent. Der Titel kämpft damit mit wichtigen Unterstützungen, und das eher schlecht als recht. Zollfragen sind für die Kanadier momentan eher weniger von Interesse. Die allgemein schlechte Marktstimmung reicht aber schon völlig aus, um die Bullen in die Defensive zu befördern.
Schwache Signale
Einmal mehr zeigt sich, dass die oft vollmundigen Lippenbekenntnisse einiger Politiker zur Realität nicht recht passen wollen. Fabuliert wird viel über die Wasserstoff-Zukunft. Dass jene Europa neuen Wohltand, mehr Unabhängigkeit und potenzielle Emissionsfreiheit einbringen würde, steht weitgehend außer Frage. Doch wenn es ans Eingemachte geht, also die Finanzierung des Ganzen, schreckt die Politik leider oft wie ein verängstigtes Rehlein zurück. Darüber kann man sich als Anleger den lieben langen Tag echauffieren, was aber auch keine Rendite bringt. Rational bleibt es angebracht, sich auf einen eher längeren denn kürzeren Zeitraum für den Durchbruch von Wasserstoff auf breiter Front einzustellen.
Nel ASA-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Nel ASA-Analyse vom 07. März liefert die Antwort:
Die neusten Nel ASA-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Nel ASA-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 07. März erfahren Sie was jetzt zu tun ist.
