Liebe Leserin, Lieber Leser,
es herrscht heute allgemein vergnügliche Stimmung an den Märkten, denn der Irankrieg hat nun offiziell zu einem Ende, wenn auch noch nicht direkt zu einem Frieden gefunden. Die Börsen haben aber bereits reagiert. Die Ölpreise purzeln in die Tiefe und diverse Aktienkurse nehmen Reißaus. Im Wasserstoffsegment ist die Stimmung allerdings eher verhalten. Denn hier besteht durchaus die Sorge, dass es nun wieder ungemütlicher werden könnte.
Hohe Ölpreise sind für Wasserstoff zum Teil förderlich, da dadurch die Differenz zu fossilen Brennstoffen reduziert wird und die noch immer hohen Preise weniger schmerzen. Zwar steigen auch die Kosten für die Herstellung, was ab einem gewissen Niveau aber nicht mehr ins Gewicht fällt. Dieser Teil der Erzählung fällt nun aber erst einmal weg.
Nel ASA bleibt im roten Bereich
Das scheint den Anlegern von Nel ASA zu schaffen zu machen. Dort setzt sich momentan die bereits in der vergangenen Woche begonnen Korrektur fort. Der Aktienkurs gab bis zum Vormittag um 1,5 Prozent auf 0,236 Euro nach. Im Wochenvergleich ging es um rund 8,5 Prozent in Richtung Süden. Effizientere Elektrolyseure scheinen schon wieder zu verblassen und auch die Erinnerung daran, wie problematisch eine zu hohe Abhängigkeit von fossilen Energieträgern für Europa ist, scheint nur ein schwacher Trost zu sein.
Nel ASA Aktie Chart
Schwerer wiegt aber wahrscheinlich, dass Nel ASA zuletzt noch immer keine neuen Aufträge vorweisen konnte. Mit jedem Tag ohne eine entsprechende Meldung wachsen die Sorgen darüber, dass die neue Generation von Elektrolyseuren möglicherweise doch nicht auf die erwartete Begeisterungswelle stoßen wird. Um darüber zu urteilen, ist es noch viel zu früh. Doch Kurse werden oftmals über Emotionen gemacht, welche momentan klar an Schwung verlieren.
Neue Hoffnung für ITM Power?
Zu einem denkbar günstigen Zeitpunkt kommt das Kriegsende für ITM Power. Denn während die EZB bereits vorgeprescht ist, steht bei der Bank of England erst in dieser Woche eine Zinsentscheidung an. Die jüngsten Inflationszahlen bleiben freilich vom Kriegsende im Iran unberührt. Es könnte aber die weiteren Überlegungen der Notenbanker beeinflussen.
Bleiben die Zinsen stabil und gibt es vielleicht sogar Aussichten auf sinkende Zinsen, so würde dies das Leben von ITM Power sehr viel einfacher machen. Kostenintensive Investitionen würden etwas von ihrem Schrecken verlieren. Auch die Kundschaft dürfte dann etwas selbstsicherer auftreten können. Es gibt damit zumindest die Hoffnung auf neue Auftragseingänge, von denen ITM in jüngerer Vergangenheit auch deutlich mehr präsentieren konnte als Nel.
SFC Energy bleibt auf Kurs
Während im reinen Wasserstoffsegment die Stimmung zumindest stellenweise nachlässt, hat sich an der Zuversicht rund um KI und Rechenzentren nichts geändert. Das stützt die Aktien der Brennstoffzellenhersteller. SFC Energy profitiert zusätzlich von neuen Aussichten im Rüstungssegment. Dass dort die Nachfrage aufgrund des Kriegsendes nachlassen wird, davon geht niemand ernsthaft aus. Vielmehr zeigte sich daran noch einmal mehr, wie elementar in der heutigen Zeit eine funktionierende Verteidigung ist. Die SFC Energy-Aktie katapultiert sich aktuell zwar nicht gerade in neue Höhen. Sie hält sich aber weiterhin stabil oberhalb von 20 Euro und konnte im frühen Handel immerhin ein Plus von 0,5 Prozent mitnehmen. Nach Zugewinnen von über 60 Prozent im laufenden Jahr bleibt damit noch Schwung erhalten.
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