Liebe Leserin, Lieber Leser,
jahrelang beschwerten Unternehmen und Anleger aus dem Wasserstoffsegment sich darüber, dass es mit Förderungen viel zu schleppend voranging, und das auch noch vollkommen zu Recht. Doch schon seit einer Weile scheint endlich mehr Bewegung in die Angelegenheit zu kommen. So auch in Deutschland, wo man für die Zukunft auf Wasserstoff aus Skandinavien schielt. Zu diesem Zweck ist eine Beihilferegelung mit einem Volumen von 1,3 Milliarden Euro angedacht. Jene wurde nun durch die Europäische Kommission auch genehmigt, wie einer Pressemitteilung zu entnehmen ist.
Gefördert werden sollen explizit neue Elektrolyseure, welche Wasserstoff in das Projekt Danish Hydrogen Backbone 1 einspeisen. Vorgesehen ist der Aufbau einer Infrastruktur mit einer Leistung von 1.000 Megawatt, was eine Kapazität von bis zu zehn Millionen Tonnen grünem Wasserstoff ermöglichen soll. Unternehmensnamen fallen dabei zwar nicht. Für die Branche insgesamt könnte es sich aber um eine wichtige Chance handeln.
Nel ASA steht bereit
Wer auch immer entsprechende Projekte in die Wege leiten mag, könnte sich unter anderem bei Nel ASA nach den passenden Elektrolyseuren umsehen. Schließlich haben die Norweger bereits Erfahrungen mit Dänemark und darüber hinaus stellten sie kürzlich eine neue Generation von Elektrolyseuren vor, was die Investitionskosten deutlich senken soll. Das bietet sich für neue Vorhaben geradezu an. Solche Aussichten sind es dann auch, welche Anleger daran glauben lassen, dass die Schwäche bei Auftragseingängen aus dem letzten Jahr überwunden werden kann.
Das reicht noch nicht, um die nächste Phase der Rallye einzuläuten. Die Nel ASA-Aktie hält sich aber recht stabil auf höherem Niveau. Immerhin 0,34 Euro standen heute Morgen auf dem Ticker. Im vergangenen Jahr waren die Bullen noch die meiste Zeit damit beschäftigt, die Unterstützung bei 0,20 Euro zu verteidigen, und das nicht einmal immer mit Erfolg.
Nel ASA Aktie Chart
ITM Power wird gefördert
Wie nachhaltig sich die Stimmung durch mehr politisches Engagement verbessern lässt, beweist weiterhin die Aktie von ITM Power. Das britische Unternehmen liefert schon seit einer Weile erfreuliche Neuigkeiten, darunter auch in Form erhöhter Prognosen. Endgültig geplatzt schien der Knoten zu sein, als neue Förderungen seitens der britischen Regierung kommuniziert wurden. Eine entsprechende Prüfung wurde vor wenigen Tagen abgeschlossen. Einem Kapitalzuschuss von 46,5 Millionen Pfund steht damit nichts mehr im Wege.
Davon zehrt die ITM Power-Aktie noch immer. Erst heute Morgen konnte das Papier bei 2,17 Euro den höchsten Stand seit über drei Jahren markieren. Mit ein paar weiteren Aufträgen und noch mehr Rückendeckung aus der Politik, gleich ob aus der EU oder aus Großbritannien, dürfte noch mehr drin sein. Unterstützend wirkt auch die anhaltende Unsicherheit ob der Entwicklung bei den Ölpreisen.
Plug Power hübscht die Bilanz auf
Das US-Unternehmen Plug Power muss momentan nicht auf allzu viel staatliche Unterstützung hoffen, denn die Trump-Administration hat einen kaum zu übersehenden Fetisch für fossile Energien. Dennoch gelingt es Plug Power, die Fantasie der Anleger anzuregen. Dafür ist vor allem ein nachvollziehbarer Plan für ein Erreichen der Gewinnzone bis Ende 2028 verantwortlich. Bis dahin schreibt man noch Verluste und wird irgendwie neue Mittel heranziehen müssen. Genau dafür will Plug Power nun 39,2 Millionen US-Dollar durch den Verkauf von Steuergutschriften aus dem St. Gabriel Joint Venture einnehmen. Die wichtige Nachricht für Aktionäre: die Zuflüsse kommen ohne Kapitalerhöhung und dazugehörige Verwässerung aus. Die Aktie reagierte am Dienstag mit Aufschlägen von 1,6 Prozent und notierte heute vorbörslich ebenfalls im grünen Bereich.
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