Liebe Leserin, Lieber Leser,
seit Jahren schon klagen Unternehmen über Wasserstoff-Regelungen in der EU, die in Zukunft immer restriktiver zu werden drohten. Sauer stößt Investoren und Betreibern vor allem auf, dass für den Betrieb von Elektrolyseuren ausschließlich neue Wind- und Solaranlagen genutzt werden dürfen, damit auch von grünem Wasserstoff die Rede sein darf. Die Kritik stieß in Brüssel bislang auf taube Ohren. Anscheinend braucht es erst eine weitere Energiekrise, um Bewegung in die Sache zu bringen.
Denn nun soll plötzlich alles ganz schnell gehen. Wie das „Handelsblatt“ berichtet, will die EU-Kommission bereits im Juni einen Kurswechsel bei grünem Wasserstoff in die Wege leiten. Überlegungen gibt es dazu, die Koppelung an neue Projekte bei den Erneuerbaren auf das Jahr 2035 zu verschieben oder sogar ganz wegfallen zu lassen. Das soll auch damit zu tun haben, dass mittlerweile nicht mehr nur die Energiewende und Klimaschutz eine Rolle spielen. Viel mehr sorgt sich Europa um seine energetische Unabhängigkeit.
Nel ASA bekommt Unterstützung
Offene Türen dürfte die EU damit unter anderem bei Nel ASA einrennen. Dass dort die Auftragseingänge im vierten Quartal 2025 einen herben Rückgang erlebten, wird schließlich auch auf die prohibitiven Regelungen im Euroraum zurückgeführt. Nun könnte es diesbezüglich endlich Entspannung geben und passend dazu stellten die Norweger kürzlich eine neue Generation von Elektrolyseuren vor, mit denen sich Investitions- und Betriebskosten deutlich senken lassen sollen.
Genau das wird von der EU bereits mit dem EU-Innovationsfonds gefördert. Bis zu 135 Millionen Euro werden Nel in Aussicht gestellt. Die erste Tranche in Höhe von elf Millionen Euro soll wohl noch in diesem Quartal überwiesen werden. Der Aktie beschert das im heutigen Handel zwar noch keinen weiteren Sprung. Es bleibt mit 0,28 Euro aber bei einem vergleichsweise hohen Niveau. Bis vor Kurzem hielt die Nel ASA-Aktie sich noch bevorzugt unterhalb von 0,20 Euro auf.
Nel ASA Aktie Chart
Rwe bekommt seinen Willen
Auch bei RWE dürfte nun bessere Stimmung herrschen. Eine offizielle Stellungnahme zu den jüngsten Medienberichten gibt es zwar noch nicht. Doch vor Kurzem erst gründete der Versorger zusammen mit Unternehmen wie RWE und OGE die „European Resilience Alliance“, die sich für weniger strikte Vorgaben bei grünem Wasserstoff und mehr Souveränität Europas bei der Energieversorgung stark macht. Sollten die nun durch den Raum schwebenden Pläne umgesetzt werden, so würde der Versorger ein Stück weit seinen Willen bekommen und vielleicht auch wieder verstärkt in neue Wasserstoffprojekte investieren.
Die große Chance für Cavendish Hydrogen?
Mehr Investitionen in Wasserstoff wären genau der Boden, den die Aktie von Cavendish Hydrogen für höhere Kurse gebrauchen könnte. Bisher sind die Aussichten für den Betankungsspezialisten eher mau, da der Ausbau der Wasserstoffmobilität mit angezogener Handbremse verläuft. Genau die könnte nun endlich gelöst werden. Auf die in der kommenden Woche anstehenden Zahlen wird sich das zwar noch nicht auswirken. Doch vielleicht findet es bei den Aussichten schon Berücksichtigung. Die Spannung dürfte nun erneut steigen, nachdem das Wasserstoffsegment bereits durch den KI-Boom und große Erfolge der Brennstoffzellenhersteller eine kleine Renaissance erlebte. Zwar ist es noch zu früh, um schon die Sektkorken knallen zu lassen. Zumindest verdichten sich aber die Anzeichen dafür, dass der Knoten endlich platzen könnte.
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