Liebe Leserin, Lieber Leser,
der französische Wasserstoffspezialist Lhyfe ist im vergangenen Jahr zum größten Produzenten von grünem Wasserstoff in Europa aufgestiegen. Die Produktionsmengen beliefen sich im September auf etwa 8,3 Tonnen täglich. Doch eigentlich würde man gerne noch viel mehr tun, wenn die Politik dem nicht immer wieder im Wege stehen würden. Wir beschäftigten uns hier bereits häufiger damit, wie eine brachiale Menge an Absichtserklärungen einer verschwindend geringen Menge an Förderbescheiden entgegensteht.
Die Lage scheint sich zuletzt nicht gebessert zu haben. Das Gegenteil scheint laut einem Artikel der „Frankfurter Rundschau“ der Fall zu sein. Dort lässt sich nachlesen, dass aufgrund der immer noch viel zu hohen Preisen schlicht die Nachfrage fehlt. In der Folge wird so manches Projekt wieder zurückgestellt. Selbst im Wasserstoffkernnetz, welches bis Ende 2027 fertig sein sollte, tauchen schon wieder große Fragezeichen auf. Das klassische Henne-Ei-Problem bleibt hochaktuell.
Frustration bei Lhyfe
Kritik an der Politik gibt es reichlich. Etwa daran, dass die deutsche Bundesregierung wieder verstärkt zum fossilen Erdgas schwenkt und damit dem Ausbau von grünem Wasserstoff dezent Steine in den Weg legt. Die EU muss sich derweil immer wieder Kritik daran gefallen lassen, dass für die Herstellung von grünem Wasserstoff zwingend neue Anlagen zum Erzeugen von erneuerbaren Energien aus dem Boden gestampft werden sollen. Die Folge sind kompliziertere und teurere Vorhaben, als es ohnehin schon der Fall wäre.
Zitiert wird im Artikel der FR auch Luc Graré, seines Zeichens Mittel- und Osteuropa-Chef von Lhyfe. Seine Worte klingen fast etwas frustriert. Er beklagt ein „Herumgeeiere“ in der Politik und einen nachlassenden Stellenwert von Wasserstoff auf politischer Ebene. Dabei zeigt doch aktuell gerade die neuerliche Ölkrise, wie wichtig der alternative Kraftstoff für Europas Zukunft wäre.
Lhyfe Aktie Chart
ThyssenKrupp Nucera angelt neue Aufträge
Allerdings befinden wir uns noch immer nicht im völligen Stillstand. Voran geht es in Sachen Wasserstoff durchaus, nur eben nicht in einem Tempo, wie es sich Unternehmen und Anleger vermutlich wünschen würden. Das trifft auch bei einem Blick auf ThyssenKrupp Nucera zu. Dort konnte kürzlich ein neuer Auftrag aus Spanien für eine 300-Megawatt-Elektrolyseanlage vermeldet werden. Zuvor kam bereits eine Order aus Indien für ein Projekt herein, bei dem grüner Ammoniak in Richtung Europa exportiert werden soll.
Das sind erfreuliche Neuigkeiten, welche auch dem Aktienkurs heute etwas auf die Sprünge halfen. Doch es bleibt bei einer gesenkten Prognose für das laufende Geschäftsjahr. ThyssenKrupp Nucera rechnet selbst im besten Fall mit Verlusten und ist damit noch weit von dem entfernt, was sich Anleger noch bis vor einigen Jahren ausgemalt hatten.
Nel ASA bleibt im Keller
Wohin die Reise geht, wenn es kaum bis gar keine Fortschritte zu sehen gibt, das zeigt sich weiterhin bei Nel ASA recht anschaulich. Auch dort tröpfeln hier und dort zwar schon mal neue Aufträge herein. Die Frequenz lässt aber schwer zu wünschen übrig und im vergangenen Jahr mussten herbe Rückschläge verzeichnet werden. Das sorgt dafür, dass Ausbruchsversuche aus dem Kurskeller immer wieder scheitern. Auch ein kleiner Aufstieg aus der letzten Woche wurde schnell wieder kassiert und am Mittwoch blieb es bei mauen 0,19 Euro auf dem Ticker. Die Politik wird eine große Rolle spielen, wenn es darum geht, Wasserstoff und Wasserstoff-Aktien neue Chancen zu eröffnen. Ob das für Anleger eine Chance oder eher ein Risiko darstellt, muss wohl jeder für sich selbst entscheiden.
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